BVB-Revue kehrt nicht auf die Bühne zurück

Nadine Albach
Die BVB-Revue war ein Publikumserfolg - sie kommt aber nicht in die Oper. Foto: Franz Luthe
Die BVB-Revue war ein Publikumserfolg - sie kommt aber nicht in die Oper. Foto: Franz Luthe

Dortmund. Ob Borussia nun Meister wird oder nicht – die "künstlerische" Meisterfeier ist gestorben: Die Verhandlungen über die Wiederaufnahme der BVB-Revue sind gescheitert. Der Kassenschlager kommt weder in die Oper noch ins Stadion.

Noch ist gar nicht entschieden, ob Borussia Meister wird – da ist die künstlerische Meisterfeier „schon geplatzt bevor sie aufgeblasen wurde“, wie Bruno Knust es nennt: Die Verhandlungen über die Aufführung der BVB-Revue in der Oper sind gescheitert. „Das lässt sich finanziell nicht richtig darstellen“, erklärte Bruno Knust. „Wir haben ein bisschen mit dem Preis der Eintrittskarten rumgerechnet und die maximal zu erzielende Einnahme liegt bei 30 000 Euro pro Abend – bei 100-prozentiger Auslastung.“ Wenn davon allerdings schon 15 000 Euro allein für die Miete abgezogen würden, plus noch einmal fast die gleiche Summe für Gasthonorare, GEMA, Künstlersozialkasse, Werbung und Kulissenbauten „braucht man gar nicht erst anzufangen.“

Für eine Wiederaufnahme seien zudem „umfangreiche Proben und Neubesetzungen“ nötig gewesen, die der Spielplan aber nicht zulässt, heißt es in einer gemeinsamen am Dienstag (22. Februar 2011) veröffentlichten Pressemitteilung von Theater Dortmund und Knusts Olpketal-Theater.

Zum Einrichten-, -stellen und -leuchten auf der Bühne seien nur 2 ½ Tage frei gewesen – und die Aufführungstermine wären an Montagen und Dienstagen gewesen. „Für so einen Friseusenball bin ich nicht zu haben“, sagt Knust.

Er betont allerdings, dass die Gespräche mit Bettina Pesch, der geschäftsführenden Direktorin des Theaters, „angenehm“ verlaufen seien: „Ich verstehe, dass es Sachzwänge gibt, aus denen sie nicht raus kann.“ Das Theater habe aber bewiesen, dass es die BVB-Revue wolle.

Verärgert ist Bruno Knust hingegen über den Vorstoß der Grünen (wir berichteten), die Kosten für die Wiederaufnahme noch einmal im kommenden Kulturausschuss zu thematisieren – auch mit dem Hintergrund, ob es politischen Druck auf das Theater gebe. Knust nennt das „Bedenkenträgerei“, die er und seine Künstler nicht bräuchten. Außerdem sei aus diesem Grund ein Sponsor wieder abgesprungen. „Das war für mich ein Alarmzeichen“, so Knust. Nur mit Sponsor aber hätte ein „Einnahmeausfall ausgeglichen werden können“, heißt es in der Pressemitteilung.

Mit den Aufführungen in der Oper ist auch die BVB-Revue im Stadion geplatzt: „Das war aneinander gekoppelt“, sagt Knust. Ob die Revue bei einer möglichen Meisterschaft trotzdem eine Rolle spielen kann, schließt er aber nicht ganz aus: „Es gibt immer einen Plan B in der Ecke.“