BVB-Präsident Rauball spricht bei Gedenken an Karfreitags-Morde

BVB-Präsident Reinhard Rauball.
BVB-Präsident Reinhard Rauball.
Borussia Dortmund wird in diesem Jahr maßgeblich an der Gedenkfeier für die Karfreitagsmorde der Nazis im Frühjahr 1945 beteiligt sein. Das Programm wurde von der BVB-Fanabteilung mitgestaltet. Hauptredner in der Bittermark wird Präsident Dr. Reinhard Rauball sein.

Dortmund. Wenn die Stadt Dortmund an Karfreitag zum 55. Mal der Opfer der Karfreitagsmorde gedenkt, wird BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball einer der Hauptredner sein. Die BVB-Fanabteilung hat das Programm der Veranstaltung in diesem Jahr maßgeblich mitgestaltet. So wird das Hauptaugenmerk der Veranstaltung auf die drei von den Nazis ermordeten Borussen und Widerstandskämpfer Heinrich Czerkus, Franz Hippler und Fritz Weller gerichtet sein.

In den vergangenen Jahren hatte stets das Gedenken in erster Linie an die zahlreichen bei den Massenerschießungen in Hörde, im Rombergpark und in der Bittermark getöteten französischen Zwangsarbeiter erinnert. Das Mahnmal in der Bittermark gilt als exterritoriales französisches Staatsgebiet, allerdings ohne diesen Status tatsächlich völkerrechtlich zu haben. Seit 2011 findet die Veranstaltung aus Altersgründen ohne Abgesandte der französischen Zwangsarbeiter-Organisation statt.

Czerkus-Lauf von der Roten Erde zur Bittermark

Die zentrale Gedenkfeier am Mahnmal beginnt an Karfreitag, 29. März, 15 Uhr. Zuvor veranstalten die Naturfreunde Kreuzviertel, der BVB-Fanclub "Heinrich Czerkus", das Fanprojekt und der BVB selbst am Stadion Rote Erde die neunte Auflage des unter BVB-Fans inzwischen zur festen Institution gewordenen Heinrich-Czerkus-Gedächtnis-Laufs. Um 13 Uhr gehen Wanderer und Spaziergänger auf die rund sieben Kilometer lange Strecke. Um 13.30 Uhr starten Walker. Radler und Jogger werden um 14 Uhr auf die Strecke geschickt. Die Teilnahme am Lauf ist kostenlos. Die Veranstaltung gilt als Gedenkveranstaltung, nicht als sportlicher Wettkampf. Die Teilnehmer werden von BVB-Legende Siggi Held auf die Strecke geschickt.

Erinnerung an Morde hat lange Tradition

Das Erinnern an die Karfreitagsmorde hat eine lange Tradition in Dortmund. Noch kurz vor Kriegsende, um Ostern 1945, hatten Nazi-Schergen im Rombergpark und in der Bittermark 280 Zwangsarbeiter, Widerstandskämpfer und Kriegsgefangene bestialisch ermordet und in Bombentrichtern verscharrt. Neun Jahre später, an den Ostertagen des Jahres 1954, fanden 194 von ihnen auf der Lichtung im Stadtforst ihre letzte Ruhestätte. An Karfreitag 1958 wurde die Leiche eines unbekannten Opfers in der Krypta des gerade fertig gestellten Mahnmals bestattet. Seitdem hält die Stadt Dortmund dort mit der jährlichen Gedenkfeier die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse wach.

Wie im Jahr 2012 werden bereits auf dem Weg zum Mahnmal und am Mahnmal selbst 16 Tafeln mit Bildern und Texten an Karfreitag-Opfer des Jahres 1945 erinnern, um sie aus ihrer Anonymität zu reißen und ihnen Namen und Gesichter zurück zu geben. Diesen ‚Weg der Erinnerung’ hatten vor einem Jahr Jugendliche aus verschiedenen Dortmunder Schulen und Freizeiteinrichtungen konzipiert, nachdem sie das Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau besucht hatten. Fortan wirken sie als ‚Botschafter der Erinnerung’.

Jugendliche an Planung der Gedenkfeier beteiligt

Die jungen Botschafter sind auch an der Gestaltung der Gedenkveranstaltung, die um 15 Uhr beginnt, maßgeblich beteiligt. Sie führen durch das Programm und fragen mit szenischen Beiträgen danach, wie die Menschen damals mit den schrecklichen Ereignissen umgegangen sind und was heutige Generationen aus deren Fehlern lernen können.

Nach der musikalischen Eröffnung, der Schweigeminute an den Kränzen und dem Gedenken in der Krypta sprechen zunächst Bürgermeisterin Birgit Jörder und Ernst Söder. Mit Textcollagen erinnern anschließend Gerd Kolbe und die BVB-Fanabteilung an den Mut und die Ermordung von Widerstandskämpfern aus den Reihen der Borussen: Heinrich Czerkus und Franz Hippler. Fritz Weller, ebenfalls im Widerstand aktiv, überlebte den Nazi-Terror. Sodann wird BVB-Präsident Reinhard Rauball ein Grußwort an die Besucherinnen und Besucher der Gedenkveranstaltung sprechen

 
 

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