BVB-Fanzine schwatzgelb.de wirft Polizei Fehler beim Derby vor

Als die Fans des FC Schalke 04 vom Sonderzug zum Dortmunder Stadion geführt wurden, setzte die Polizei einmal kurz einen Wasserwerfer ein.
Als die Fans des FC Schalke 04 vom Sonderzug zum Dortmunder Stadion geführt wurden, setzte die Polizei einmal kurz einen Wasserwerfer ein.
Foto: Stefan Reinke
Nach den Ausschreitungen beim Revierderby zwischen Schalke und Borussia Dortmund werfen viele Fans in Internetforen der Polizei taktische Fehler vor. Unter anderem fragen die Fans, warum sich große Gruppen Schalker unkontrolliert durch die Stadt bewegen konnten.

Dortmund.. Das Online-Fanzine schwatzgelb.de hat nach den Ausschreitungen beim 141. Revierderby kritische Fragen an die Dortmunder Polizei formuliert. Die Fans werfen der Polizei unter anderem vor, dass Ultras des FC Schalke unbemerkt nach Dortmund anreisen konnten und sich frei bewegen konnten. Außerdem kritisieren die Autoren, dass die Polizei nicht verhindert habe, dass sich gewaltbereite Gruppen beider Fanlager begegnen konnten. Die Autoren selbst distanzieren sich deutlich von Gewalt.

Die WAZ-Mediengruppe hatte bereits am Sonntag bei der Polizei nachgefragt, ob eine große Gruppe mit rund 600 Schalker Ultras wirklich unbeaufsichtigt durch Dortmund ziehen konnte. Die Polizei antwortete, sie habe die Schalker "im Blick" gehabt. Unter anderem war ein Hubschrauber ständig in der Luft. Eine weitere Gruppe gewaltbereiter Schalker Ultras sei laut Polizei "konspirativ angereist" und habe die Polizei in Gelsenkirchen mit "Laufspielchen" abgehängt.

Schalker Ultras randalierten im Kreuzviertel

Die Ultras der Gruppierung "Hugos" waren mit der S-Bahn zur Station Möllerbrücke gefahren und hatten anschließend auf der Lindemannstraße randaliert. Beobachter sagten gegenüber der WAZ-Mediengruppe, sie hätten auch bei BVB-Fans eine hohe Aggressivität bemerkt.

Ein weiterer Kritikpunkt von schwatzgelb.de ist die Abwicklung der Schalker über den Haltepunkt am Stadion. Schon die Ultras Gelsenkirchen hatten am Dienstag in einer Stellungnahme dieses Vorgehen kritisiert. Sie waren zur S-Bahn-Haltestelle an der Universität gereist und von dort zum Stadion gelaufen. Die Ultras kritisierten, dass es auf dem Fußweg vom Stadion-Bahnhof zum Gästebereich an der Strobelallee immer wieder zu Übergriffen komme. Das sehen die Autoren des Textes auf schwatzgelb.de ähnlich und schlagen Alternativen für die Führung der Gästefans zum Stadion vor.

Von Fanseite ist einiges schief gelaufen

Weiterhin kritisiert das Fanzine den Einsatz von Pfefferspray gegen Unbeteiligte. Bei einem Einsatz unter der Südtribüne seien Fluchtwege eingenebelt worden. "Ja, es läuft auch von Fanseite zuletzt einiges schief und nichts und niemand kann und darf Angriffe auf gegnerische oder auch eigene Fans oder Polizisten rechtfertigen. Das will auch niemand", heißt es in dem Artikel.

Polizei ist gesprächsbereit, nimmt aber keine Stellung

Die Polizei wollte auf Anfrage keine Stellung zu dem Text beziehen. Jederzeit sei die Behörde gesprächsbereit, "jedoch nicht mit Gewalttätern, die unseren Beamten Steine an die Köpfe werfen". Im Vorfeld des Derbys habe es von Seiten der Polizei genügend Gesprächsangebote gegeben. Auf im Internet geäußerte Kritik reagiere die Polizei generell nicht.

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