BVB-Fans stricken am 160 Meter langen Meisterschal

Foto: WR-Ralf Rottmann

Dortmund.. Der Schal zur Schale: Wenn Männer und Jungs stricken, kann es sich nur um etwas Großes handeln. Als solches gilt gemeinhin der Titeltraum des BVB, für den ein 160 Meter langer Meisterschal in Arbeit ist. Initiiert vom Gewerbeverein Borsigplatz, wetzen mittlerweile Borussen-Anhänger im In- und Ausland die Nadeln für das schwarz-gelben Vermächtnis.

Ortstermin in der Kielhornschule nahe Borsigplatz. Im Kunstraum steht an der Tafel: „BVB 09, deutscher Meister 2011.“ 20 Kinder der Förderschule häkeln und stricken mit einer Ruhe und Akribie, dass selbst Sozialpädagogin Susanne Lieblang von den sonst deutlich lebhafteren Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 16 Jahren schwer beeindruckt ist. „Für die Borussia machen sogar Jungs freiwillig mit.“

Stolz schaut Marlies Nordhoff den flinken Fingern vor den schwarz-gelben Feldern voller Wolle auf dem Tisch zu. Als Geschäftsführerin des Gewerbevereins rief sie im Februar Interessierte dazu auf, für einen guten Zweck einen mindestens 1,60 Meter langen Schal in den BVB-Vereinsfarben anzufertigen. Die Einzelstücke in jedweder Variante werden dann zu einem Megaschal verbunden und am Baumgürtel am Borsigplatz-Kreisel aufgehängt.

Die Resonanz? „Überwältigend!“, berichtet Nordhoff. Schon 40 Teilnehmer sckickten ihre Heimarbeiten ab, darunter „überraschenderweise auch Männer“. Einige verzichteten gar auf die kostenlose Wolle des Gewerbevereins. Mittlerweile stricken Schulen, Vereine und Einzelpersonen am Meistertraum. Sogar in England will ein ausgewanderter BVB-Fan mithäkeln. Auch aus München, der Stadt des aktuellen Tabellenvierten, kam schon ein Päckchen. „Die netteste Anfrage kam von einer Dame, die sich als blau-weiße Anhängerin bezeichnete“, so Nordhoff mit einem verzeihenden Lächeln auf den Lippen. „’Darf ich auch mitmachen?’, wollte sie wissen. Ich habe unter der Bedingung ja gesagt, dass der Schal schwarz-gelb sein muss.“

Gute Zweck hat Vorrang

Sobald genügend Schals eingegangen sind und der lange Wollwurm fertig gestellt werden kann, folgt das Schmücken des Borsigplatzes, der BVB-Geburtsstätte. Das soll schon deutlich vor dem vermeintlichen Partywochenende am 14./15. Mai erfolgen, denn Nordhoff glaubt nicht, dass das Gemeinschaftswerk die dann ausgelassen feiernden Menschenmassen schadlos überstehen würde.

Zumal trotz aller BVB-Hysterie der gute Zweck Priorität hat. Nach dem Abhängen gehen die Einzelstücke an die Obdachlosen-Organisation Bodo, schließlich ist die Aktion Megaschal in diesem Jahr der Ersatz für die sonstige soziale Osteraktion des Vereins. Und wenn die Borussia kein Meister wird? „Sagen Sie doch nicht sowas! Aufgehängt wird der Schal so oder so.“

Wer noch mitmachen will, kann sich per E-Mail bei m.nordhoff@web.de melden.

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