BVB-Fans feiern mit Schalkern Gottesdienst

Gelb-Schwarz trifft Blau-Weiß: Es ist ein ungewöhnliches Bild, dieser "bunte" Gottesdienst einen Tag vor dem Derby-Spiel. In der freien evangelischen Gemeinde in Bochum-Dahlhausen trafen sich BVB- und Schalke-Fans vor dem Derby-Spiel.

Dortmund/bochum.. Die "Totale Offensive BVB" und der Fanclub "Mit Gott auf Schalke" haben sich zusammengeschlossen, um vor dem Revier-Derby gemeinsam einen Gottesdienst zu feiern. Beide sind christliche Fanclubs, versuchen, Kirche mit Fußball zu vereinen. Die "Totale Offensive BVB" ist damit sogar schon relativ erfolgreich, hat sie doch schon über 200 Mitglieder. Und große Pläne, beispielsweise ein "Kontakt-Mobil", mit denen sie Fans in schwierigen Situationen eine Stütze liefern wollen.

In der freien evangelischen Gemeinde in Bochum-Dahlhausen sind sich sowohl BVB-Fans wie auch Schalke-Befürworter sicher: Fußball ist sicher nicht das einzige im Leben. Und Rivalität muss nicht gleich Gewalt heißen.

Friedliches Nebeneinander

So sitzen also am Freitag Menschen mit gelben Trikots und Fans mit blauem Schal friedlich nebeneinander. Alle bekennen allerdings nicht Flagge, feiert man doch im Grunde einen Gottesdienst. Wenn auch einen besonderen. So werden zu Beginn die Flaggen geschwenkt, die Fanclubs stellen sich vor. Selbst ein Derby-Quiz (das für die BVB-Fans leider ebenso unglimpflich ausgeht wie das Spiel am Samstag) sorgt für Abwechslung. Wenigstens ein paar klassische Lieder und eine Predigt sind noch dabei. Pfarrer Ruben Schultze predigt darüber, dass es zwar schwer sei, bei persönlich beleidigenden Parolen nicht mitzuschreien, wohl aber einen Versuch wert.

Rivalität bleibt bestehen

Ganz auf Rivalität möchten die Vereine aber trotz allem nicht verzichten: "Ich werde morgen sicher keinen Freundschaftsschal stricken", so Dirk Haslinde, 1. Vorsitzender des BVB-Fanclubs. Und auch im Gottesdienst wird immer wieder auf freundliche Art geneckt. So bemerken die Schalke-Fans beispielsweise belustigt, dass das Mikrofon blau ist.

Vereint sind die beiden Clubs in einem, in der Hoffnung auf Gott. Fußball soll zwar die "schönste Nebensache der Welt sein"(so Pfarrer Schultze), aber eben nicht das Essentielle.

Fanclubs wollen ein Zeichen setzen

Die beiden Fanclubs hoffen darauf, ein Zeichen gesetzt zu haben, gezeigt zu haben, dass ein Derby auch emotional sein kann, wenn er nicht in Krawall ausbricht. "Aber natürlich hat man schon Angst, dass irgendjemand wieder provoziert", meint BVB-Fan David Messing. Die Gebete scheinen jedoch erhört worden zu sein, bleibt der Revier-Derby am Samstag doch weitgehend friedlich.

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