BVB-Fans boykottieren Spiel beim HSV

Hamburg im Frühjahr 2011 – Fans von Borussia Dortmund und vom Hamburger SV demonstrieren gemeinsam gegen hohe Ticketpreise. Foto: Stefan Reinke
Hamburg im Frühjahr 2011 – Fans von Borussia Dortmund und vom Hamburger SV demonstrieren gemeinsam gegen hohe Ticketpreise. Foto: Stefan Reinke
Zum Rückrundenauftakt spielt Borussia Dortmund am Sonntag, 22. Januar, beim Hamburger SV. Gut möglich, dass der Gästeblock bei der Partie weitestgehend verwaist bleibt, denn die Aktion „Kein Zwanni“ ruft wegen der hohen Ticketpreise zum Boykott des Spiels auf.

Dortmund.. Hohe Ticketpreise sind das Übel, gegen das das Fan-Bündnis „Kein Zwanni“ kämpft. Zum spektakulären Auftakt der Aktion riefen die Fans in der Saison 2010/2011 zum Boykott des Derbys zwischen dem FC Schalke und Borussia Dortmund auf. Denn „Kein Zwanni“ zieht die Preisgrenze bei 20 Euro für einen Stehplatz.

Auch der Hamburger SV steht immer wieder in der Kritik. Die Hamburger teilen die Bundesliga-Partien in vier Kategorien auf, mit Zuschlägen bis zu 75 Prozent, wie es die Macher der Aktion auf ihrer Homepage schreiben. Besonders die Fans des FC Bayern München leiden unter der Preispolitik, denn nur das Spiel des Rekordmeisters fällt in die höchste – und teuerste – Kategorie A+.

Teuerste Kategorie nur bei Stehplätzen abgeschafft

Vor der laufenden Saison gab es zwischen den Organisatoren von „Kein Zwanni“, zu denen auch Vertreter des HSV Supporters Club zählen, und der Hamburger Geschäftsführung Gespräche – und offenbar ein Kommunikationsproblem. Denn die Fans waren anschließend der Ansicht, dass die Kategorie A+ gänzlich abgeschafft und die übrigen Preise nach unten korrigiert würden.

Gefehlt. Einzig im Stehplatzbereich gibt es die teuerste Preis-Kategorie nicht mehr. Für Sitzplätze gilt das nicht. „Wir haben die Absprache auf alle Plätze bezogen“, so Marc Quambusch, Sprecher von „Kein Zwanni“. Der HSV allerdings stellte klar, der Verein habe stets nur von Stehplätzen gesprochen.

Auf Anfrage von DerWesten reagierte der HSV mit einer eher dünnen Stellungnahme: „Wir hier im Verein sind uns der Situation bewusst und diskutieren sie fortlaufend. Wir haben bereits erste Schritt gemacht: Stehplätze kosten maximal 19 €, und die Kategorie A+ für Stehplätze wird es nicht mehr geben“, heißt es darin. Dadurch sei der Verein den Fans sehr entgegen gekommen. Weiteren Gesprächen werde sich der Verein nicht verschließen.

Boykott-Aufruf zum HSV-Spiel scheint zu fruchten

Um weiter gegen zu hohe Ticketpreise zu demonstrieren, rufen die Initiatoren der Aktion nun zum Boykott des Spiels von Borussia Dortmund in Hamburg auf. Offenbar mit Erfolg. „Die Nachfrage nach Karten für das Spiel ist laut BVB so gering wie noch nie“, sagt Quambusch. Die organisierten Fans des BVB stünden dem Boykott sehr positiv gegenüber. Selbst für das Freitagsspiel der Borussia in Nürnberg seien bislang mehr Tickets nachgefragt worden als für das traditionell sehr beliebte Auswärtsspiel in Hamburg.

Quambusch ist zuversichtlich, dass der Boykott funktioniert. „Wenn der Gästeblock nicht ausverkauft ist, haben wir unser Ziel erreicht“, so der BVB-Fan, der selbst in Hamburg lebt.

Am 3. Januar, 19 Uhr, findet im Dortmunder Stadion ein Informationsabend zu „Kein Zwanni“ statt. Dort wird auch ein Vertreter des Hamburger Supporters Club zu Gast sein.

 
 

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