Burgturm im Rombergpark in Dortmund entdeckt

Bei Bauarbeiten zur Offenlegung der Schondelle im Rombergpark ist ein Burgturm des Schlosses Romberg (Gut Romberg) entdeckt worden. Archäologen legen am Donnerstag, 15. Dezember 2012, das Mauerwerk frei.
Bei Bauarbeiten zur Offenlegung der Schondelle im Rombergpark ist ein Burgturm des Schlosses Romberg (Gut Romberg) entdeckt worden. Archäologen legen am Donnerstag, 15. Dezember 2012, das Mauerwerk frei.
Foto: WR/Franz Luthe
Die Freilegung der Schondelle im Rombergpark bringt Reste eines mittelalterlichen Burgturmes zum Vorschein. Der massive Sandstein-Körper lag verschüttet in Trümmerresten aus dem zweiten Weltkrieg. Archäologen prüfen jetzt, ob eine Erhaltung des Reliktes möglich ist.

Dortmund.. Grabungsleiter Björn Skor ist überzeugt, dass es sich bei dem sechs mal sechs Meter großen Kubus im Dortmunder Rombergpark um das Fundament eines alten Burgturmes handelt. Ob nun aus dem 14. oder 16. Jahrhundert -- das müssen weitere Prüfungen ergeben. Über 100 Jahre alte Fotos zeigen den umgebauten Burgturm als Teil des Schlosses Romberg. Doch die Wurzeln sind wesentlich älter.

Stadt-Archäologin Henriette Brink-Kloke bestätigt, dass altes, wiederverwertetes Baumaterial in dem Turm-Fundament darauf hindeutet, dass ein noch älteres Bauwerk an der Stelle hinter dem Torhaus (von 1681) gestanden hat. Nach Überzeugung von Historiker Skor errichtete Konrad von Romberg den Turm, auf dessen Fundament er mit seinem Team aktuell gräbt.

Dynastie erlebt Höhepunkt 1785

Kurz zur Geschichte der Dynastie Romberg: Gegründet wurde das Anwesen von der Familie Nortkerke (hieran erinnert noch heute die Nortkirchenstraße). Im 15. Jahrhundert kommen die Rombergs an den Besitz und bauen ihn immer weiter aus. Der gesamte Ardeyrücken gehört zum Anwesen der Rombergs.

Wälder werden abgeholzt, Sägewerke entstehen, Kohle wird in den kleinen Bergwerken des Höhenzuges abgebaut. Schließlich macht Gisbert von Romberg die Dampfmaschine nutzbar für den Kohleabbau unter tage. Ein Meilenstein für die Industrialisierung.

Einen Höhepunkt erlebt die Dynastie, als Gisbert von Romberg 1785 das Gut Brünninghausen und das Schloss komplett neu errichtet. „Die Rombergs zählten zu den reichsten Familien Preußens“, weiß auch Dr. Walter Neuhaus von der Bürger-Initiative Gut Brünninghausen. Napoleon übertrug Romberg die Verwaltung eines Gebietes von der Größe des heutigen Regierungsbezirks.

Enormes Interesse der Bürger

Das Ende des gesamten Anwesens ist weniger ruhmreich. Das Schloss wurde 1945 zerbombt. Der Burgteich mit Kriegsschutt zugekippt. Bausteine der Ruine wurden zum Bau des Tierparks in den 50er Jahren verwendet. Bis in die 90er Jahre wurden die Stallungen nebenan als städtischer Bauhof genutzt. Zuletzt scheiterte dort der Investor der Schwarzwaldklinik.

Ein halbes Jahr haben die Archäologen Zeit, um Spuren zu sichern, zu zeichnen und zu fotografieren. Überrascht ist Skor vom enormen Interesse der Bürger an den raren historischen Relikten. Wie bestellt ruft eine Park-Spaziergängerin vom Bauzaun herüber: „Entschuldigung. Was haben Sie da gefunden?“

 
 

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