"Burger King" darf Dortmunder Betriebsrats-Chef nicht feuern

Jörn Hartwich
Das Arbeitsgericht sah für eine vorgetäuschte Krankheit des Dortmunder Betriebsratsvorsitzenden  keine Beweise.
Das Arbeitsgericht sah für eine vorgetäuschte Krankheit des Dortmunder Betriebsratsvorsitzenden keine Beweise.
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Die Fastfood-Kette "Burger King" darf ihren Dortmunder Betriebsrats-Chef nicht feuern. Das Arbeitsgericht schob der Entlassung jetzt einen Riegel vor. Die Geschäftsführung hatte dem Mitarbeiter "vorgetäuschte Krankheit" vorgeworfen — und schickte sogar Testpersonen zu seinem Arzt.

Dortmund. So einfach geht es dann doch nicht: Die Geschäftsführung der Fast-Food-Kette "Burger King" ist am Mittwoch mit dem Versuch gescheitert, einen Dortmunder Betriebsratsvorsitzenden fristlos zu entlassen. Der Vorwurf: vorgetäuschte Krankheit. Das Arbeitsgericht sah dafür jedoch keine Beweise.

Der Streit war Ende Juni entbrannt und anschließend immer weiter eskaliert. Der Chef der Fastfood-Kette war am Ende sogar so weit gegangen, dass er Testpersonen zum Hausarzt des Betriebsratsvorsitzenden schickte. Damit sollte bewiesen werden, wie einfach es ist, sich dort einen Krankenschein zu erschleichen.

Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) hatte darauf mit Strafanzeigen wegen Krankenkassenbetrugs reagiert, weil die Testpersonen definitiv nicht krank gewesen seien. Alle Versuche, den Streit außergerichtlich zu schlichten, scheiterten.

Gewerkschaft zeigt "Burger King" wegen Kassenbetrugs an

Dabei scheint gerade der Betriebsratsvorsitzende an einer schnellen Einigung interessiert zu sein. "Ich möchte einfach in Ruhe meinen Job machen", sagte er den Richtern. "Ich will keinen Stress, sondern einfach nur arbeiten."

Andererseits könne es aber auch nicht sein, dass man immer wieder unter Druck gesetzt werde und kämpfen müsse — um Weihnachts- und Urlaubsgeld und um Mitbestimmungsrechte.

Auch Burger King scheint trotz der fristlosen Kündigung gar nicht unbedingt auf einer Trennung von dem Betriebsratsvorsitzenden zu bestehen. "Er bringt seine Leistung, man ist mit ihm zufrieden", sagte Arbeitgeber-Anwalt Helmut Naujoks.

Warum der Kündigungsstreit trotzdem nicht beigelegt wurde, hängt offenbar mit einem erbitterten Machtkampf zusammen, den Gewerkschaft und Burger King seit Monaten an zahlreichen Arbeitsgerichten ausfechten. Dabei ist immer wieder auch von Kampagne und Missachtung von Arbeitnehmer- und Mitbestimmungsrechten die Rede.