Bund der Steuerzahler sieht U-Turm-Umbau in Dortmund als Fehlplanung und Geldverschwendung

Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund.. In aller Deutlichkeit hat der Bund der Steuerzahler die Investitionen zum Dortmunder U kritisiert. In seinem Schwarzbuch wird der Turm wegen der immensen Umbau-Kosten gar als „Fehlplanung“ abgekanzelt.

Bundesweit kritisiert der Bund der Steuerzahler (BdSt) mehr als 100 Geld-Verschwendungen, in Nordrhein-Westfalen sind es insgesamt 16 Fälle. In der Auflistung dieser NRW-Schwarzbuch-Fälle taucht der U-Turm an Position 5 auf. Als „Fehlplanung“ gilt aber neben Dortmunds Wahrzeichen nur Düsseldorfs Wehrhahnlinie, allen anderen genannten Projekten drohe Verschwendung oder ähnliches.

Harter Tobak: Die Stadt Dortmund habe bei der Sanierung des denkmalgeschützten U-Turms der Unionsbrauerei gravierende Baukostensteigerungen in zweistelliger Millionenhöhe bewusst in Kauf genommen, damit der Turm im Kulturhauptstadtjahr 2010 als Kunstzentrum eröffnet werden konnte. Und für die hohen Betriebskosten müsse der Steuerzahler aufkommen.

Die wörtliche Ausführung zum Dortmunder U: „Es sollte das Dortmunder Highlight im Kulturhauptstadtjahr 2010 werden. Doch jetzt liegt die Sanierung des Dortmunder U-Turms – das denkmalgeschützte frühere Gär- und Lagerhochhaus der Union-Brauerei – wie ein schwarzer Schatten auf dem städtischen Haushalt.

Im Mai 2010 war das alte Industriegebäude zu neuem Leben als Kunst- und Kreativzentrum, Ausstellungs- und Museumsstandort erwacht. Zumindest teilweise. Nur rund 40 Prozent des Gebäudekomplexes sollen bei Eröffnung fertig gewesen sein.

Und dafür hat die Stadt einen hohen Preis bezahlt. Um 2010 den U-Turm in neuem Glanz wiederauferstehen zu lassen, nahm sie Baukostensteigerungen bewusst in Kauf. So wurden aus rund 54 Mio. Euro schnell 83 Mio. Euro, und das soll noch nicht das Ende der Fahnenstange sein, denn gebaut wird am Dortmunder U noch immer, und die Gestaltung des Umfeldes ist auch noch nicht abgeschlossen. Allein die Betriebskosten werden für 2011 mit fast 5 Mio. Euro kalkuliert.

Die Stadt hält sich zu dieser unschönen Entwicklung sehr bedeckt und verweist bei der BdSt-Anfrage auf die gebotenen Geheimhaltungsvorschriften und Persönlichkeitsrechte Dritter. „Die konkreten Kostenentwicklungen in den einzelnen Bereichen wurden und werden grundsätzlich in nichtöffentlicher Sitzung des Rates der Stadt Dortmund behandelt.“

Zwischenzeitlich prüfte auch das Rechnungsprüfungsamt – natürlich ist der Bericht nicht öffentlich. Öffentlich ist dafür das Geld der Steuerzahler, die die Sanierung des U-Turms bezahlen müssen, koste es, was es wolle.“

 
 

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