Bulgaren zeigen in Dortmund „Ansätze organisierter Kriminalität“

700 Prostituierte aus Bulgaren arbeiten in Dortmund – und mit ihnen kamen 1000 Landsleute in die Nordstadt. Archivfoto vom Schwarzarbeiterstrich an der Mallinckrodtstraße: WR/Knut Vahlensieck
700 Prostituierte aus Bulgaren arbeiten in Dortmund – und mit ihnen kamen 1000 Landsleute in die Nordstadt. Archivfoto vom Schwarzarbeiterstrich an der Mallinckrodtstraße: WR/Knut Vahlensieck
Foto: WR

Dortmund.. Bis zu 700 bulgarische Prostituierte arbeiten in Dortmund, und mit ihnen kamen weit über 1000 Landsleute. Die Kriminalitätsrate ist laut Polizei deutlich gestiegen – ein Problem, das von Dortmund aus auf ganz NRW ausstrahlt.

Was die Nordstadtpolitiker schon ahnten, ist traurige Wahrheit geworden: Die Polizei geht nicht nur davon aus, dass es mittlerweile allein 500 bis 700 bulgarische Prostituierte in Dortmund gibt. Sie weiß auch, dass in deren Schlepptau mittlerweile über 1000 weitere Bulgaren nach Dortmund gekommen sind. Teils Verwandte. Teils Zuhälter und Verbrecher. In weiten Teilen ohne Arbeitserlaubnis. Die Kriminalitätsrate sei deutlich gestiegen. Ein Problem nicht nur für die Stadt, sondern für ganz NRW.

Lage am Straßenstrich ist außer Kontrolle

Oberbürgermeister Ullrich Sierau fasste die Entwicklung am Dienstag (15. Februar 2011) kurz zusammen: Bis 2007/2008, also bis zur EU-Ost-Erweiterung, habe man die Lage am Dortmunder Straßenstrich noch weitgehend im Griff gehabt. Dies habe sich nun grundlegend geändert, die Situation erfordere „ein neues, großes Konzept für den Straßenstrich und sein Umfeld“.

Polizeipräsident Hans Schulze legte nach: Das Landeskriminalamt habe sein Präsidium darauf hingewiesen, dass die von Bulgaren im Land ausgeübte Kriminalität deutlich zugenommen habe. Die Besonderheit: Die allermeisten der in den letzten zwölf Monaten überführten Täter gäben als Wohnort Dortmund an. Für Hans Schulze ist klar: „Das ist eine ganz neue Dramatik“, eine nie dagewesene Dimension, die ein umgehendes gemeinsames Handeln von Polizei und Ordnungsamt erfordere.

Die meisten Täter gaben als Wohnort „Dortmund“ an

Bei den Straftaten handele es sich im Wesentlichen um Eigentumsdelikte, sprich alles vom Taschendiebstahl bis zum Raub. Dabei sei keineswegs der Straßenstrich bevorzugter Tatort. Schulze: „Hier geht es noch relativ geordnet zu“, wenn man beim Straßenstrich überhaupt von Ordnung sprechen könne.

Noch gehe die Polizei von Einzeltätern aus. Gleichwohl erkenne man bereits Strukturen organisierten Verbrechens, „das noch in den Anfängen steckt.“ Unter anderem, wenn es um Treffpunkte der Szene in der Nordstadt gehe. Dortmund sei eine Art Keimzelle für die neue Dimension der Verbrechen. Wie man nun die „lawinenartige Entwicklung“ (Schulze) stoppen will?

Erste Strukturen organisierten Verbrechens

Erklärungsversuche vom Polizeipräsidenten: „Die Polizei will die Anzahl der Prostituierten reduzieren.“ OB Ullrich Sierau muss eine Antwort noch schuldig bleiben: „Was ist der richtige Weg?“. Das müsse man in einem großen Konzept noch erarbeiten. Sicher ist für ihn nur: „Schnellschüsse und symbolische Aktionen helfen uns nicht weiter“. Ein Hinweis sicher auch die Nordstadtpolitiker, die den Straßenstrich lieber heute als morgen schließen möchten.

 
 

EURE FAVORITEN