Bürger empört über Unitymedia

Dortmund. Immer mehr Bürger beklagen sich über die dreisten Methoden des Kabelanbieters „Unitymedia”. Bei der Verbraucherzentrale stapeln sich die Beschwerden. Und auch die Wohnungsgesellschaft Dogewo übt scharfe Kritik.

Die Beschwerden über den Kabelanbieter „Unitymedia” reißen nicht ab: Der kommunale Vermieter Wohnungsgesellschaft hat Generalverträge mit dem Kabelanbieter - dieser darf, wenn Mieter das wünschen, Kabel anbieten. So weit, so gut. Doch damit endet schon die Kooperation. „Wir haben einen bitterbösen Brief geschrieben, weil Unitymedia-Mitarbeiter sich als Dogewo-Mitarbeiter ausgegeben haben”, berichtet Regine Stoerring. Werber hätten sich mit „wir kommen von der Dogewo” vorgestellt, um anschließend Kabelverträge zu verkaufen. Dies verbittet sich Dogewo. Eine Antwort auf das Schreiben von Ende Dezember gab es bislang nicht.

Rüdes Auftreten an der Haustür

Doch das ist nicht ungewöhnlich, weiß die Verbraucherzentrale. In den letzten Wochen sind wieder dutzende Beschwerden von unzufriedenen Kunden aufgelaufen. Auch von Nicht-Kunden, beispielsweise von Anne Rott. Bei ihr bollerten ungebetene und nicht angekündigte „Unitymedia”-Mitarbeiter. Sie hätten unter dem Vorwand, den Kabelanschluss kontrollieren zu müssen, in die Wohnung gewollt. „Als ich mich weigerte, sie einzulassen, wurde ich auf einmal geduzt und mir wurde angedroht, dass dann Kosten in Höhe von 100 Euro auf mich zukämen”, ärgert sich Rott. „Dabei habe ich gar keinen Kabelanschluss. Ich finde das Verhalten dieser Mitarbeiter rüde und unverschämt.” Nach diesem Erlebnis mit Unitymedia habe sie auch sicher kein Interesse, über diese Firma einen Kabelanschluss zu bekommen.

"Razzia" gegen Nichtzahler

Dieses Verhalten der Mitarbeiter habe Konsequenzen, beteuert Katrin Köster, Unternehmenssprecherin der Unitymedia Group. Ein solches Auftreten sei natürlich indiskutabel. „Allerdings müssen wir auch mal nachsehen, wir haben viele Nichtzahler”, so Köster. Man müsse ja „sein Eigentum” überprüfen können. Auf die Forderung der Dogewo, dann müsse man einen Termin machen, weist Unitymedia zurück. „Die Polizei kündigt eine Razzia ja auch nicht an.” Ein Argument, was für die Verbraucherschützer lächerlich ist. Das Unternehmen hat keinerlei Befugnis dazu. Zudem liege „das Eigentum” - gemeint ist der Übergabepunkt des Anschlusses - im Keller, nicht in den Wohnungen. „Solche Methoden sind zu hinterfragen”, betont Helene Schulte-Bories.

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