Bündnis will DEW in rein kommunaler Hand

Gasometer und Gasspeicher der DEW21 in Dortmund-Eving. Die Schlote gehören zu den Deutschen Gasrußwerken. Foto: WR/Ralf Rottmann
Gasometer und Gasspeicher der DEW21 in Dortmund-Eving. Die Schlote gehören zu den Deutschen Gasrußwerken. Foto: WR/Ralf Rottmann
Foto: WR RALF ROTTMANN

Dortmund. Das Aktionsbündnis „DEW kommunal“ will die Dortmunder Stadtwerke wieder komplett in kommunale Hände geben – spätestens, bis 2014 der DEW-Gesellschaftsvertrag ausläuft. Derzeit hält RWE 47 Prozent am Energieversorger.

Das Aktionsbündnis für eine Kommunalisierung des Versorgungsunternehmens DEW21 hat ein Manifest verabschiedet, das nun von möglichst vielen Bürgern unterzeichnet werden soll. Jetzt müssten die Schritte eingeleitet werden, um den 47-prozentigen Anteil von RWE herauszulösen, wenn 2014 der Gesellschaftsvertrag für DEW auslaufe, so „DEW kommunal“.

„Atomkraft blockiert unsere Zukunft“

„Wir müssen jetzt handeln, sonst wird das Thema 2014 ausgesessen“, appelliert Sprecher Gernot Nothacker. Die Beteiligung von RWE – bei der Gründung von DEW festgeschrieben – stehe für ein Festhalten an umweltschädlicher Energieerzeugung. Heiko Holtgrave: „Die Gewinnung von elektrischem Strom aus fossilen Energieträgern und aus Atomkraft sowie das Festhalten der hochkonzentrierten Energiewirtschaft an Mammut-Technologien blockieren unsere Zukunft.“

Till Strucksberg (attac): „Die Klimawende muss von unten, von uns allen in Gang gesetzt werden.“ Es müsse endlich eine lokal gesteuerte Energieversorgung eingeleitet werden. Das sei mit RWE nicht möglich. Es sollten aber zum Klimaschutz der Anteil dezentraler, kleinerer Kraftwerke vor Ort sowie die Nutzung erneuerbarer Energiequellen ausgebaut werden.

Befragt, wie die Stadt den 47-prozentigen Anteil von RWE finanzieren könnte, verweist das Aktionsbündnis „DEW kommunal“ auf das RWE-Aktienpaket im Besitz der Stadt. Das sei 1 Mrd. Euro wert. Der 47-prozentige Anteil von RWE an DEW sei auf 500 bis 800 Millionen taxiert worden. Es sei aber noch zu prüfen, ob es „sittenwidrige Vertragsbestandteile“ gebe, die womöglich heute nicht bekannt seien.

Einstieg bei Steag
kritisch bewertet

„Wir kämpfen nicht gegen DEW“, stellt Strucksberg klar. Den Kauf eines Windparks in Ostdeutschland begrüßt das Aktionsbündnis. Der geplante Einstieg beim Energieerzeuger Steag wird kritisch gesehen, weil damit „Uralt-Technologie mit einem Wirkungsgrad von 30 Prozent gekauft werde“, so Hanns-Jörg Rohwedder. In den nächsten Tagen sollen Unterschriften für das „Dortmunder Manifest“ gesammelt werden.

 
 

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