Bülow dankt für Zuspruch und beklagt Vorwürfe

Der Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow. Foto: Axel Schmidt/dapd
Der Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow. Foto: Axel Schmidt/dapd
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Dortmund.. Nach der Verkündung des tragischen Tods seines gerade geborenen Sohnes hat Dortmunds SPD-Bundestagsabgeordneter Marco Bülow sich einerseits für den tröstenden Zuspruch bedankt. Andererseits habe es auch anderslautende Reaktionen gegeben, wobei der Politiker klarstellt, dass er teilweise wieder arbeite.

In seinem Blog bedankt sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow „für die vielen Rückmeldungen und Reaktionen“ nach der Bekanntgabe des tragischen Todes seines gerade geborenen Sohnes Liam. Es sei tröstlich, dass die allermeisten davon rücksichtsvoll und bestärkend gewesen seien.

Andere Reaktionen auf seinen Blog-Eintrag, die sich „leider nicht direkt“ an ihn gerichtet haben, wollte der Dortmunder Politiker nicht konkret kommentieren, doch Unklarheiten und Vorwürfen entgegnet er: „Selbst wenn es um so schreckliche Ereignisse geht, wie sie meine Frau und ich erleben mussten, wird man leider noch zum Teil bestraft, wenn man dies offen zugibt. Ich hätte – wie es meist üblich ist – einfach die Wahrheit verschweigen und die Abwesenheit mit einem Krankheitsfall oder anderen Ausreden erklären können. Als direkt gewählter Abgeordneter, dem Transparenz bei seiner Arbeit besonders wichtig ist, war es mir aber ein Anliegen, offen und ehrlich zu erklären, warum ich nicht in dem gewohnten Maße meiner Arbeit nachkommen kann.“

„Keine Sonderbehandlung“

Wer ihm die Offenheit ankreide oder den zeitweiligen Teilrückzug aus der Politik nicht zugestehe, habe kein Empfinden dafür, in welcher Situation sich Marco Bülow befinde. Er gebe derzeit keine Interviews und halte sich aus der Öffentlichkeit. Dies habe nicht allein mit dem Tod des einen Zwillings zu tun. „Meine kleine Tochter liegt auf der Intensivstation und kämpft um ihr Leben. Sie hat mit lebensbedrohlichen Schwierigkeiten zu kämpfen und wir können ihr nur helfen, indem wir sie häufig besuchen und für sie da sind. Genau dies bestimmt meinen Tagesablauf.“

Dies sei eine extreme Lebenssituation, mit der sich das Ehepaar Bülow täglich auseinandersetzen müsse. Dies habe gesundheitliche Folgen für ihn und seine Frau. „Ich bin von einem Arzt wegen des traumatischen Erlebnisses und seiner Folgen krank geschrieben. Dennoch habe ich die Arbeit nicht komplett eingestellt. Das Attest habe ich, wie jeder normale Arbeitnehmer, meinem Arbeitgeber (in diesem Fall dem Bundestagspräsidenten) weitergeleitet und natürlich sowohl meine Partei, als auch meine Fraktion informiert“, schreibt Bülow und betont: „Ich genieße hier keinerlei Sonderbehandlung.“

Bedeutung der Familie

Seine Arbeit habe er nur kurz komplett eingestellt. Er sitze bereits wieder am Schreibtisch und beantworte Briefe, schreibe Texte und Pressemitteilungen, lese Anträge und Vorlagen. Zudem stehe er im kontinuierlichen Kontakt mit seinem Büro und der SPD-Fraktion. Bülow beendet seinen zweiten Blog-Eintrag zu dem tragischen Ereignis mit den Worten: „Ich stehe nach wie vor zu dem, was ich in meinem Blogeintrag geschrieben habe und werde auch – trotzdem ich dadurch offensichtlich angreifbar geworden bin – weiterhin in aller erster Linie für meine Familie da sein.“

 
 

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