Brauerei-Besetzer - eine neue Kulturgeneration

Horst Hanke-Lindemann ist Sprecher der freien Szene in Dortmund. Foto: Knut Vahlensieck
Horst Hanke-Lindemann ist Sprecher der freien Szene in Dortmund. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: WR Dortmund/Knut Vahlensieck

Dortmund.. Die „UZDO“-Aktivisten, die jüngst die Kronenbrauerei annektierten, fordern Raum für Subkultur - und fühlen sich von den Stätten der freien Kultur in Dortmund nicht repräsentiert. Ein kurzes Gespräch mit Horst Hanke-Lindemann, Sprecher der freien Szene.

Was halten Sie von dem Vorstoß?

Ich unterstütze das. Da entsteht eine neue Generation und die haben die gleiche Berechtigung, wie wir vor 30 Jahren. Da haben wir es auch nicht anders gemacht und Räume besetzt.

Hat die etablierte freie Szene den Anschluss verpasst?

Nein. Aber die jungen Leute müssen die Chance bekommen, sich auf ihre eigene Art auszudrücken. Die sprechen eine andere künstlerische Sprache. Die wollen nicht in das Depot, Fletch oder das Künstlerhaus. Wir sind alteingesessene Häuser, das kann man auch negativ sehen: wir machen zwar tolles Programm, aber das ist immer eine Gratwanderung zur Standardisierung. Die müssen ihren eigenen Ort haben, in dem sie selbst aktiv werden können.

Hat die Stadt versäumt, Räume zu stellen?

Erst, wenn sie sich jetzt sträubt und die Leute in die bestehenden Häuser abschiebt. Die Stadt darf nicht blind Geld für die Kultur kürzen. Wir brauchen mehr Geld für die freie Szene. Einen Verteilungskampf sehe ich nicht auf uns zukommen: Die Stadt muss einerseits den Bestand erhalten - und andererseits die neue Generation unterstützen. Da geht es ja um Kleingeld. Wenn die Stadt sich ein Opernhaus leisten kann, sind 200 000 bis 400 000 Euro machbar, um sich das tolle Profil „Freie Kultur Scene“ zu erhalten und absolut notwendig.

 

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