Brauerei-Aktivisten prüfen Leerstand

Mit einer Theaterprobe vor dem Rathaus machten de Aktivisten erneut auf die Raumnot aufmerksam.  Foto: Knut Vahlensieck
Mit einer Theaterprobe vor dem Rathaus machten de Aktivisten erneut auf die Raumnot aufmerksam. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: WR Dortmund/Knut Vahlensieck

„Erste Berührungen mit der Stadtpolitik“ suchten gestern die Aktivisten der Kulturinitiative „Unabhängiges Zentrum Dortmund“ (UZDO), die die Kronenbrauerei annektiert hatten: Eine öffentliche Theaterprobe vor dem Rathaus sollte den Raumbedarf für alternative Kultur unterstreichen.

Kreidekreise auf dem Boden, in denen sich die weiß geschminkten Schauspielerinnen vorsichtig bewegen, aus denen sie auszubrechen suchen, begleitet von verträumten Akkordeon-Klängen - das freie Theater Lebendich hat eine poetische Sprache gewählt, um die Forderung nach mehr Raum für Subkultur wirksam in den politischen Köpfen zu platzieren. Einige konnten sie erreichen: Ratsvertreter, Kulturdezernent Jörg Stüdemann, Kulturbüro-Leiterin Claudia Kokoschka und Bernd Fesel vom Europäischen Kreativwirtschaftszentrum „ECCE“ der Ruhr.2010 gehörten zu den Zuschauern.

Kreative als Gewinn

In dessen Gegenwart wollte zumindest UZDO-Vertreterin Svenja Noltemeyer die harsche Kritik an der Ruhr.2010 nicht bestätigen, die noch am Freitag bei der Brauereibesetzung von den Aktivisten geäußert wurde. Fesel selbst erklärte, dass durch 2010 in den Ruhrgebietsstädten die Struktur der Round Tables geschaffen wurde, an denen Politik, Kreative und Immobilienbesitzer diskutieren könnten. In Dortmund sei man damit aber noch nicht so weit, wie in anderen Städten. „Die Nutzung leerstehender Gebäuden durch Kreative ist ein Gewinn. Aber das muss man den Besitzern erst mal klar machen.“ Zumal die Idee einer Zwischennutzung in Deutschland auf rechtliche Probleme stoße und eine Veränderung des Stadtplanungsrechts angestoßen werden müsse.

Ruhrgebiet als Pilotprojekt

„Das Ruhrgebiet könnte ein Pilotprojekt sein“, fordert Stadtsoziologe und UZDO-ler Tino Buchholz schnelle Aktivität. „Ein paar Räume, um sich repräsentiert zu fühlen, sind nicht zu viel verlangt.“ Das Ansinnen der UZDO unterstützte Ratsmitglied Ingrid Reuter (Grüne): „Viele Künstler haben Probleme, preiswerte Räume zu finden.“ Sie könne sich eine Diskussion im Rat vorstellen.

Die Aktivisten erstellen nun ein Leerstandskataster: Den Ex-„Soundgarden“ und auch das sogenannte Horror-Haus an der Kielstraße haben sie bereits besichtigt - letzteres allerdings mit „Entsetzen über den Zustand“, so Noltemeyer.

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