Borussia Dortmund macht Rekordgewinn und zahlt Dividende

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mit tollen Zahlen: Der Rekordgewinn von 53 Millionen Euro ist vor allem den Transfererlösen unter anderem durch den Verkauf von Mario Götze an Bayern München geschuldet.
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mit tollen Zahlen: Der Rekordgewinn von 53 Millionen Euro ist vor allem den Transfererlösen unter anderem durch den Verkauf von Mario Götze an Bayern München geschuldet.
Foto: Bernd Thissen
Borussia Dortmund steht nach zwei Meisterschaften, dem Pokalsieg und dem Erreichen des Champions-League-Finales wirtschaftlich auf soliden Beinen und ist praktisch schuldenfrei. Mit Bayern München vergleicht sich der BVB aber noch nicht. Die Aktionäre dürfen sich über eine Dividende freuen.

Dortmund.. Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund ist zur wirtschaftlich zweiten Kraft im deutschen Fußball aufgestiegen. Nach einem Konzernumsatz von 305 Millionen Euro liege der BVB nur noch rund 25 Prozent hinter Bayern München, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke auf der Aktionärsversammlung am Montag in Dortmund.

Bayern München habe sich aber mit etwa 160 Millionen Euro mehr als doppelt so hohe Personalkosten für den Profikader geleistet als Dortmund mit 77 Millionen Euro. Wenn Bayern Meister werde, sei das daher Normalität. "Bayern München ist derzeit die beste Mannschaft der Welt", sagte Watzke.

Der Rekordgewinn von 53 Millionen Euro ist vor allem den Transfererlösen unter anderem durch den Verkauf von Mario Götze an Bayern München geschuldet. Solche Erträge seien künftig auch nur bei ähnlichen Transfers möglich. Aktionäre sollten künftig eher auf operative Zahlen schauen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Gerd Pieper sagte, der BVB sei bezogen auf den Bilanzstichtag 30. Juni 2013 praktisch schuldenfrei.

Dividende von zehn Cent je Aktie

Da der BVB Transfererlöse in den Kauf neuer Spieler gesteckt habe, stehe der Gewinn nicht uneingeschränkt für die Dividende zur Verfügung, sagte Watzke. Die Borussia Dortmund KGaA will zehn Cent je Aktie zahlen. Das entspricht 6,1 Millionen Euro.

Wirtschaftliches Potenzial sieht der Vorstand vor allem noch bei den Fernsehgeldern. Watzke hält eine Beteiligung der Vereine nach Leistung für ratsam. Er warnte davor, die Starken der Liga zu schwächen. "Die Bundesliga muss eine starke Spitze haben, dann können wir international mithalten."

Gewalt, Rassismus und Pyrotechnik laut Watzke "nicht tolerabel"

Die vereinsinterne Strafe für Dortmunder Ultra-Fans nach dem Werfen von Pyrotechnik in die Zuschauer im Derby beim FC Schalke 04 verteidigte der Vorstand. "Es gibt drei Dinge, die sind nicht diskussionsfähig: Gewalt, Rassismus und - auch wenn es eine andere Diskussion ist - Pyrotechnik. Sie sind nicht tolerabel", sagte Watzke. "Wir können es nichtzulassen, dass Leute ins Stadion gehen und sich nicht sicher sind, ob sie von Pyrotechnik an Leib und Leben beschädigt werden." Der BVB hat Ultras die Dauerkarten für Auswärtsspiele gestrichen.

Am Sonntag war Reinhard Rauball bei der Jahreshauptversammlung von Borussia Dortmund mit großer Mehrheit in seinem Amt als Präsident des Revierclubs bestätigt worden. Dort konnte BVB-Schatzmeister Reinhold Lunow ebenfalls ein für die BVB-Mitglieder äußerst erfreuliches vorweisen: Auch der BV Borussia 09 Dortmund e.V. ist schuldenfrei.

Live-Ticker von der Aktionärsversammlung zum Nachlesen

++ 15.37 Uhr: Damit ist die Aktionärsversammlung beendet.

++ 15.30 Uhr: Die Auszählungsergebnisse sind da:

TOP 1: 99,62 Prozent Zustimmung

TOP 2: 99,84 Prozent stimmen zu — somit gibt es 10 Cent Dividende pro Aktie.

TOP 3: 99,93 Prozent Zustimmung.

TOP 4: 92,57 Prozent Ja-Stimmen.

TOP 5: 99,90 Prozent Zustimmung.

++ 15.28 Uhr: Nach einer Pause sollte es jetzt weitergehen.

++ 14.57 Uhr: Jetzt geht's flott. Die TOPs 2 bis 4 sind abgehakt. Es ging auch nur um Formalia. Jetzt wird noch der Abschlussprüfer gewählt.

++ 14.50 Uhr: TOP 2 läuft - die Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns.

++ 14.40 Uhr: Thomas Treß äußert sich jetzt zu Fragen, die das Finanzielle betreffen.

++ 14.20 Uhr: Watzke zur umstrittenen Ticketbörse Viagogo: "Wir verachten die Tätigkeit von Viagogo zutiefst. Wir brauchen nicht wie der FC Schalke 04 eine Jahreshauptversammlung, um das zu merken."

++ 14.11 Uhr: Watzke über die Ultras: "Die letzte Eskalationsstufe wird die Politik selbst lösen. Wenn es immer schlimmer wird, fallen irgendwann die Stehplätze weg."

Watzke über Frauen im Aufsichtsrat: "Wir sind nicht direkt betroffen, da wir keine 200 Mitarbeiter haben. Es ist auch noch niemand auf mich zugekommen. Ich bin grundsätzlich dafür, dass man ausschließlich qualitative Merkmale ansetzen sollte."

Watzke über Robert Lewandowski: "Das ging bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Es gab nie ein Angebot von Bayern München. Wir haben es nach sportlichen und wirtschaftlichen Aspekten abgewogen. Es war ein gutes Beispiel dafür, dass Vertragstreue von zwei Seiten nötig ist. Robert ist als Charakter einwandfrei. Wir brauchen Gehaltshygiene. Da gehört es dazu, dass man ihn finanziell so eingruppiert, wie es seiner sportlichen Leistungsstärke entspricht. Es stimmt, wir haben das Gehalt deutlich angehoben. Aber es stimmt nicht alles, was in der Zeitung steht."

++ 14.06 Uhr: Watzke: "Man muss die richtigen Erwartungen an Financial Fairplay haben. Es wird Vereine wie Paris, Manchester City und AS Monaco betreffen."

++ 14.05 Uhr: Watzke: "Fixanteil des Personalaufwandes beträgt 65 Prozent."

++ 14.03 Uhr: Watzke lobt Großaktionär Bernd Geske. "Bernd Geske lebt und liebt den BVB wie kaum ein anderer. Das gegenseitige Vertrauen ist außergewöhnlich. Wir freuen uns über 80 Prozent Streubesitz. Wir wollen keinen ausländischen Großaktionär." Geske hat mit dem BVB e.V. eine Übereinkunft, dass Großaktionär und Verein stets gemeinsam stimmen. Zusammen verfügen BVB und Geske über rund 20 Prozent der Aktien. Der Verein plant, sein Aktien-Depot noch aufzustocken.

++ 13.52 Uhr: Die Geschäftsführung beantwortet die gestellten Fragen.

++ 13.39 Uhr: Bei der Aktionärsversammlung darf jeder reden, der mindestens eine Aktie besitzt. Das heißt: Für gut 3 Euro bekommt man ein Abo für einmal Erbsensuppe (mit Einlage) pro Jahr plus Redezeit auf der Aktionärsversammlung. Und zehn Cent Rendite. Wenn das kein Deal ist!

Ein Redner hat soeben aus Friedrich Merz "Friedrich und Merz" gemacht.

++ 13.30 Uhr: Ein Fan hat den ultimativen Tipp für BVB-Trainer Jürgen Klopp: Nur noch flach aufs Tor schießen! Peer Steinbrück hat durchaus Spaß dabei.

++ 12.33 Uhr: Neun Aktionäre wünschen das Wort. Es geht um Lewandowski, die Nationalmannschaft und Politiker im Aufsichtsrat.

++ 12.30 Uhr: Treß beendet seinen Vortrag.

++ 12.23 Uhr: Treß schlägt eine Dividendenhöhe von 10 Cent pro Aktie vor. Das wären insgesamt 6,1 Millionen Euro. Eine höhere Ausschüttung müsse über Kredite finanziert werden.

++ 12.19 Uhr: Treß ist der stille Macher im Hintergrund und überlässt Watzke meist die Bühne. Watzke ist für den sportlichen Bereich zuständig, Treß zeichnet für finanzielle und organisatorische Dinge verantwortlich. Offenbar mit Erfolg, denn vor Kurzem wurde er zum CFO des Jahres gewählt.

++ 12.05 Uhr: Jetzt spricht CFO Thomas Treß über die wirtschaftlichen Zahlen. Anlagevermögen: 204,967 Millionen Euro / Umlaufvermögen: 80,270 Millionen Euro / Eigenkapital: 182,406 Millionen Euro / Rückstellungen: 13,379 Millionen Euro / Verbindlichkeiten: 56,070 Millionen Euro / Spielbetrieb: 44,780 Millionen Euro / Werbung: 69,292 Millionen Euro / TV-Vermarktung: 87,612 Millionen Euro / Transfer: 51,600 Millionen Euro.

++ 12.01 Uhr: Watzke über die wirtschaftlichen Ausblick: "Wir haben mit Platz vier in der Gruppenphase der Champions League geplant. Egal, was passiert, der Umsatz wird sich im neuen Jahr erhöhen. Ich gehe davon aus, dass wir auch in der Rückrunde in der Champions League spielen. Wir haben ein modernes Märchen geschrieben. Aber in diesem Buch sind noch ein paar Kapitel frei. Ich bin mir sicher, dass mir morgen gegen Neapel alles raushauen."

++ 11.58 Uhr: Watzke über die sportliche Situation: "Unser Flaggschiff im Juniorenbereich ist die U23, auch bei der U19 läuft es wieder besser. Wir sind im Kommen."

Watzke: Nie wieder Schulden für sportilchen Erfolg machen

++ 11.48 Uhr: Watzke über die wirtschaftliche Situation: "Über allem steht die oberste Maxime: Wir werden nie wieder Schulden für den sportlichen Erfolg machen. Das ist nicht so einfach. Wir sind näher an den FC Bayern München herangerückt. Aber der FC Bayern ist aktuell die beste Mannschaft der Welt. Und das ist mir lieber als eine Mannschaft aus England oder Spanien. Der BVB ist die zweite Kraft im deutschen Fußball. Bei der TV-Vermarktung ist noch viel Potenzial. Über die Verteilung sollte man sich aber Gedanken machen. Die Bundesliga muss eine starke Spitze haben, dann können wir international mithalten. Auch im Sponsoring gibt es viel Wachstumspotenzial. Wir werden 2015 unser Catering umstellen."

++ 11.46 Uhr: Jetzt spricht Watzke über die soziale Verantwortung des Fußballs: "Das verpflichtet uns zu einer genauen Analyse. Daher haben wir die Stiftung 'leuchte auf' gegründet. Sie hat im ersten Jahr 170.00 Euro Spenden eingebracht. Daran erkennt man, dass das Wirken von Borussia Dortmund über den Fußball hinaus strahlt. Wir wollen keine rechten Rattenfänger."

Watzke über die Ultra-Problematik: "Es ist nicht alles schlecht. Aber das, was in Gelsenkirchen passiert ist, ist nicht tolerabel. Ich hoffe, dass sich das Verhältnis wieder entkrampft. Es gibt drei Dinge, die sind nicht diskussionsfähig: Rassismus, Gewalt und Pyrotechnik. Bei diesen Themen ist jeder gefordert, ein klares Zeichen zu setzen."

++ 11.40 Uhr: Watzke zum Thema Dividende: "Viele träumen von 20 Cent Dividende, danach können wir den Laden aber zumachen. Die Hälfte unseres Gewinns stammt aus Transfererlösen. Dafür mussten wir Ersatz beschaffen. Diese Ausgaben schlagen sich in den nächsten Jahren nieder. Dafür mussten wir Ersatz beschaffen. Diese Ausgaben schlagen sich in den nächsten Jahren nieder. Gewinne in dieser Größenordnung funktionieren nur mit großen Transfers. Wir haben den Verein so entwickelt, dass wir in den kommenden Jahren auch ohne Transfers 250 Millionen Euro Umsatz erzielen können."

++ 11.32 Uhr: Hans-Joachim Watzke tritt ans Mikrofon: "Ich möchte Dr. Reinhard Rauball nochmals zur Wiederwahl gratulieren. Du bist der beste Präsidenten für den BVB auf diesem Planeten." Etwas Ähnliches sagte er bereits auf der Mitgliederversammlung. Watzke weiter: "Zudem möchte ich mich bei allen Mitarbeitern und Aktionären bedanken. Wir ein unfassbar spannendes Jahr hinter uns."

++ 11.29 Uhr: Seit 2006 sind beim BVB 39 Millionen Euro in die Infrastruktur (Stadion und Trainingsgelände) investiert worden.

++ 11.25 Uhr: Gerd Pieper: "Der Umsatz ist auf über 300 Millionen gestiegen. Die Nettoverschuldung ist positiv. Somit sind wir im Prinzip schuldenfrei. Ein fantastisches Ergebnis."

++ 11.20 Uhr: Der Jahresabschluss wird vorgelegt.

++ 11.15 Uhr: Die Tagesordnung ist umfasst fünf Punkte. Bei der gestrigen Mitgliederversammlung des e.V. waren es zwölf.

  1. Vorlage des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses zum 30. Juni 2013
  2. Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns
  3. Beschlussfassung über die Entlastung der persönlich haftenden Gesellschafterin für das Geschäftsjahr 2012/13
  4. Beschlussfassung über die Entlastung des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2012/2013
  5. Wahl des Abschlussprüfers und des Konzernabschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2013/14

++ 11.10 Uhr: Soeben sind BVB-Trainer Jürgen Klopp und Sportdirektor Michael Zorc in der Westfalenhalle 3B eingetroffen. Die Mannschaft wird nicht kommen. Das Team gab sich gestern bei der Mitgliederversammlung die Ehre und wurde frenetisch gefeiert. Doch heute ist volle Konzentration auf das morgige Spiel gegen den SSC Neapel angesagt.

++ 11.09 Uhr: Zum Hintergrund: Am Bundesliga-Spielbetrieb nimmt nicht der Verein Borussia Dortmund teil, sondern die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA. Die wurde im Jahr 2000 von Gerd Niebaum an die Börse gebracht. Theoretisch könnten dort 100 Prozent der Anteile verkauft werden, ohne dass sich etwas ändern würde. Denn die Geschicke der KGaA werden von der Borussia Dortmund Geschäftsführungs GmbH bestimmt — und deren Besetzung bestimmt, verkürzt gesagt, der Verein Borussia Dortmund. Durch dieses Konstrukt wird Borussia Dortmund der 50+1-Regel des DFB gerecht, die besagt, dass ein Verein immer die Mehrheit der Anteile an einer ausgegliederten GmbH besitzen muss. In der Satzung des Vereins BVB haben die Mitglieder darüber hinaus festschreiben lassen, dass keine Anteile an der Geschäftsführungs-GmbH verkauft werden dürfen, obwohl dies sogar bis zu einem Anteil von 49,99 Prozent möglich wäre.

++ 11.04 Uhr: Der BVB-Aufsichtsrat besteht aus: Gerd Pieper, Harald Heinze, Peer Steinbrück, Bernd Geske, Friedrich Merz, Christian Kullmann.

++ 11.02 Uhr: Gerd Pieper, Vorsitzender des Aufsichtsrates, eröffnet die Hauptversammlung. Pieper ist gleichzeitig Vizepräsident des BVB e.V.

++ 11 Uhr: SPD-Kanzlerkanidat Peer Steinbrück ist gekommen. Er gehört dem Aufsichtsrat der KGaA an.

++ 10.58 Uhr: Um 11 Uhr beginnt die Hauptversammlung der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA in der Westfalenhalle 3B. Am Sonntag hatte der BVB e.V. seine Vereinsmitglieder zur Jahreshauptversammlung geladen. Dort bekam Geschäftsführer während einer Diskussion um eine von ihm unterstützte Satzungsänderung Gegenwind von einigen Mitgliedern zu spüren. Das dürfte auf der Aktionärsversammlung kaum passieren. Der BVB hat einen Rekordgewinn eingefahren und erstmals übersteigt das Guthaben die Verbindlichkeiten.

(mit dpa)

 
 

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