Borussia Dortmund gründet eigene Stiftung

Marco Reus (l.) und Kevin Großkreutz stehen Pate für die neue Stiftung „leuchte auf“ von Borussia Dortmund.
Marco Reus (l.) und Kevin Großkreutz stehen Pate für die neue Stiftung „leuchte auf“ von Borussia Dortmund.
Foto: DeFodi.de
Mit der Stiftung „leuchte auf“ will Borussia Dortmund benachteiligten Kindern und Jugendlichen helfen. Schwerpunkt soll eine Kinderakademie sein, um Kindern und Jugendlichen Bildungschancen und eine berufliche Perspektive zu ermöglichen.

Dortmund. „Leuchte auf mein Stern Borussia, leuchte auf, zeig mir den Weg“ heißt es in dem Lied von Bruno „Günna“ Knust, das alle 14 Tage von den Rängen des Signal Iduna Parks schallt. Und ab Samstag hat Dortmund einen neuen Stern: „leuchte auf“ – die BVB-Stiftung wird ihre Arbeit offiziell am 12. Spieltag der laufenden Saison aufnehmen. Mit einem Stern als Symbol.

Hart umkämpft seien Name und Symbol der gemeinnützigen Stiftung gewesen, sagte Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung und Vorstand der Stiftung, am Donnerstagmittag. Aber Name und Symbol kommen nicht von ungefähr. „Schaut man sich die Wiege von Borussia Dortmund, den Borsigplatz, von oben, aus der Vogelperspektive an, erinnert er mit seinen sechs abgehenden Straßen an einen Stern. Wir haben unsere Wurzeln nicht vergessen und uns schließlich für diesen Namen entschieden“, so Watzke.

Mit der Gründung der seit langer Hand geplanten Stiftung (wir berichteten) möchte Borussia Dortmund sein soziales Engagement ausbauen. „Wir sind uns bewusst, was die Menschen mit großem Engagement für diesen Verein leisten und möchten einen Teil dieser Zuwendungen zurückgeben“, erklärt der Geschäftsführer weiter.

Der BVB sei sich schon immer seiner Verantwortung bewusst gewesen und in viele soziale Projekte involviert, ergänzt Carsten Cramer, Vorstandsmitglied der Stiftung. „Jetzt wollen wir die Kraft der schwarz-gelben Familie bündeln, um noch gezielter und effektiver jene Menschen zu unterstützen, die unsere Hilfe am dringendsten benötigen“, so Cramer weiter. In Zahlen bedeutet das: Borussia Dortmund will jährlich ein sechsstelliges Budget für soziale Zwecke aufwenden.

Vielfalt, Zukunft, Engagement

Die Stiftungsarbeit konzentriert sich auf gesellschaftliche Themen und fußt auf drei Säulen. Und auch hier kommt wieder ein Lied des bekennenden BVB-Fans „Günna“ ins Spiel. „Borussia verbindet Generationen, Männer und Frauen, alle Nationen“. Daher ist eine der drei Säulen Vielfalt. „Borussia Dortmund steht für Weltoffenheit. Rassismus oder andere extremistische politische Orientierungen finden bei uns keinen Platz“, erklärt Hans-Joachim Watzke entschieden. Borussia Dortmund möchte helfen, die Herausforderung des demographischen Wandels zu meistern, so heißt die zweite Säule Zukunft – motivieren, bilden, lernen. Die Entstehungsgeschichte des Vereins Borussia Dortmund ist stark vom ehrenamtlichen Engagement vieler Menschen geprägt. Daher wird die Stiftung gezielt in Projekte investieren, die die Aktivierung und Förderung von ehrenamtlicher und gemeinnütziger Tätigkeit zum Ziel haben. Die Fans sollen dabei ein ganz wichtiger Bestandteil der dritten Säule, Engagement, sein.

Aber eine Stiftung müsse erst langsam wachsen, deshalb konzentriere man sich vorerst gezielt auf drei Projekte. Gemeinsam mit Machbarschaft Borsig 11, einer Initiative für interkulturellen Austausch und kreative Stadtentwicklung am Borsigplatz, wird die Stiftung „leuchte auf“ eine Kinderakademie gründen, um den Kindern und Jugendlichen vor Ort Bildungschancen und eine berufliche Perspektive zu ermöglichen.

Hilfe über die Stadtgrenzen hinaus

Darüber hinaus intensiviert der BVB die Arbeit des Dortmunder Fanprojekts e.V. Das Konzept des Lernzentrums, ein Angebot für Kinder und Jugendliche im Signal Iduna Park, wird in Dortmunder Schulen verlängert. Dort soll verstärkt Präventionsarbeit gegen Gewalt und Rassismus geleistet und Toleranz gefördert werden.

Aber die Stiftung will auch Hilfe über die Dortmunder Stadtgrenzen hinaus leisten. „Wir wollen das soziale Engagement unserer Fan-Clubs überall auf der Welt begleiten und fördern“, so Watzke. In einem ersten Schritt vergibt die Stiftung an zehn soziale Projekte von Fan-Clubs je 2 000 Euro.

Neben den drei bereits bestehenden Projekten unter dem Dach von „leuchte auf“, können bald soziale Projekte gefördert und unterstützt werden, die von außen an den BVB herangetragen werden.

 
 

EURE FAVORITEN