Blues-Sängerin berührt mit ihrer Herzlichkeit

Joan Armatrading zeigte im Strobels ihr Können an der Gitarre. Foto: Michael Printz / PHOTOZEPPELIN.COM
Joan Armatrading zeigte im Strobels ihr Können an der Gitarre. Foto: Michael Printz / PHOTOZEPPELIN.COM
Foto: PHOTOZEPPELIN.COM
Das trübselige Wetter am Sonntag passte eher in den November als zu den Songs von Joan Armatrading. Die klingen, selbst dann wenn sie melancholisch sind, luftig und warm. Trotz der widrigen Witterungsumständen ließ sich die Grand Dame der britischen Singer-Songwriter-Zunft nicht beirren und gab ihren Fans im Strobels jede Menge musikalische „Love & Affection“.

Dortmund.. Joan Armatrading im Dortmunder Strobels: Auch nach vier Jahrzehnten strahlt die Stimme der in der Karibik geborenen Britin immer noch jene unverkennbare Wärme und Herzlichkeit aus, die ihre großen Erfolgssongs Mitte der 70er Jahre kennzeichneten. Auch die Vielseitigkeit der Musik, die sich stilistisch nie in eine Schublade stecken ließ, ist bis heute geblieben. Auf dem neuen Album „Starlight“, von dem die heute 62-jährige einige Songs spielte, ließ sie sich vom Jazz inspirieren. Und auch hier klingen die Songs der Armatrading locker, und grooven dezent. Reggae, Jazz, Folk, etwas Rock und eine Portion Blues, das sind die Zutaten der dunkelhäutigen Sängerin, die so zum Vorbild für Tracy Chapman, Marla Glen oder Ayo wurde.

Bei aller stilistischen Vielfalt waren es die Balladen, die das Publikum in den Bann zogen. „Willow“ gegen Ende der Show, „The Weakness In Me“, bei dem es im Strobels andächtig still wurde und bei dem Song „Love & Affection“, mit dem sie den Durchbruch schaffte und bei dem Drummer Paul Foote sein Talent als Saxophonist demonstrierte.

Das Trio, das Joan Armatrading auf der Tour begleitet, setzt sich aus Könnern zusammen, die im richtigen Moment losrocken wie bei „Drop The Pilot“ oder „Kissin’ And A Huggin’“. Nicht nur da demonstriert die Sängerin, dass sie eine gute Gitarristin ist. Beim Klassiker „Tall In The Saddle“ spielt sie scharfkantige Blueslicks, verfällt dann in einen ekstatischen Funk-Rhythmus, der selbst James Browns Gitarreros in Bedrängnis gebracht hatte.

Charmant auf der Bühne

Bei aller Klasse der Begleiter – den Bass spielt mit Jon Giblin einer der Besten seiner Zunft – im Mittelpunkt steht eine Sängerin mit einer überragenden Stimme. Egal ob Arma­tradings Stimme hell und klar oder abgründig tief klingt, sie ist immer von eine unendlich wohltuenden Wärme geprägt. Eine Wärme, die ihrem Charakter zu entsprechen scheint. Charmant nimmt sie die Ovationen des Publikums entgegen. Das ist „Love & Affection“

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel