Blaulicht – die richtige Beleuchtung fürs Büro

Heike Becker-Sander
Blaues Licht soll am Arbeitsplatz helfen.
Blaues Licht soll am Arbeitsplatz helfen.
Foto: Ralf Rottmann/WAZ FotoPool
Das richtige Licht am Arbeitsplatz. Ein Dauerbrenner in vielen Büros. Zu grell, zu dunkel, zuviel Schattenwurf, nicht individuell einstellbar – die Liste der Klagen ist lang. Für Abhilfe soll bläulich schimmerndes Licht sorgen. Es schont Augen und Nerven.

Dortmund. Da ist der Trend, dass es Lichtquellen gibt, die automatisch den optimalen Helligkeitswert einstellen, die Müdigkeit beim Arbeiten verhindern können oder sich sogar gezielt leistungssteigernd einsetzen lassen, eine kleine Sensation. Blaulicht heißt das Zauberwort, das inzwischen auch in der Forschungsarbeit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dorstfeld eine wichtige Rolle spielt. Denn noch ist nicht exakt geklärt, worin die Vorteile der LED-Beleuchtung mit dem Blaulichtanteil liegen und welche Risiken damit einhergehen.

„Die Verbindung von Beleuchtung und Leistung ist schon länger bekannt, aber für einen gezielten Einsatz von Blaulicht im Arbeitsalltag fehlen noch wissenschaftliche Erkenntnisse,“ erläutert Jan Krüger, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bundesanstalt. Was für die Praxis fehlt, ist ein besseres Verständnis dieser neuen Lichtwirkungen.

So ist der Einfluss dieses Lichts, das auch im Sonnenlicht enthalten ist, auf die innere Uhr des Körpers von großer Wichtigkeit. Jan Krüger: „Blaulicht sendet über das Auge elektrische Signale an unser Gehirn, das dadurch zum Beispiel den Schlaf-Wach-Rhythmus regelt. So kann dieses mit Blau angereicherte Licht beispielsweise die Produktion des

Schlafhormons Melatonin unterdrücken. Folge: Zuviel Blaulicht, das mittlerweile zusätzlich auch noch aus Computerbildschirmen und LED-Fernsehern auf unser Auge trifft, kann zu Schlafstörungen führen. Auf der anderen Seite ist ein entsprechend dosiertes Blaulicht am Arbeitsplatz in der Lage, die Konzentration der Mitarbeiter zu stärken und Müdigkeitsattacken vorzubeugen.

Es kann dauern, bis das Blaulicht zum Standard in Büros wird

„Mit unserer Forschung arbeiten wir auf ein Regelwerk für den gesundheitlich unbedenklichen Einsatz dieser neuen Beleuchtungssysteme in Büros und Betrieben hin,“ erläutert Tobias Bleyer vom Fachbereich Produkte und Arbeitssysteme der Bundesanstalt.

Ziel ist es letztlich, das diese Normen – nach Entscheidung der politischen Gremien – Eingang in die sogenannten Technischen Regeln für Arbeitsstätten finden und so verbindlich für alle Anwender werden. Bis dahin ist es ein weiter Weg. Das wissen auch die Experten der Dortmunder Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Das zurzeit laufende Forschungsprojekt zu Blaulicht im Büro ist auf vier Jahre angesetzt (www.baua.de/ami).

Aktuell untersucht die BAuA schon im Einsatz befindliche dynamische LED-Beleuchtungssysteme im Bundesrechnungshof in Bonn. Die Bundesanstalt begleitet hier ein Forschungsvorhaben, das die Technische Universität Berlin durchführt. „Dort sind 500 Arbeitsplätze mit neuen LED-Leuchten ausgestattet worden,“ erläutert Jan Krüger. „Vierzig dieser Arbeitsplätze wurden für unser Forschungsprojekt ausgesucht. Hier werden dann unter anderem die Mitarbeiter regelmäßig nach ihren Eindrücken und Empfindungen befragt, um die dringend benötigten Praxiserfahrungen zu bekommen.