BKK Hoesch und BIG liefern sich "Kassenkampf" in Dortmund

Foto: WAZ FotoPool

Dortmund.. Außer einem „B“ im Namen und dem Kerngeschäft haben die BKK Hoesch und die BIG wenig gemeinsam. Das sieht scheinbar zumindest die Traditions-Krankenkasse so, die zurzeit schwer angeschlagen ist. Auf der Suche nach einem starken Partner hat sie die Hand, die BIG reichen wollte, ausgeschlagen. Sagt der eine. Verneint der andere. Auf dem Markt der Krankenkassen wird mit harten Bandagen gekämpft.

BIG-Vorstandsvorsitzender Frank Neumann, der gestern den neuen Sitz der Direktkrankenkasse an der Rheinischen Straße mit dem U als Nachbarn präsentierte, zuckt die Achseln. Schon zum Jahresende 2010 habe sich in seinen Augen abgezeichnet, dass die BKK Hoesch ihre finanziellen Probleme nicht so einfach werde schultern können. Am 3. Februar habe die BIG deshalb das Angebot zur Fusion unterbreitet, einen Tag vor der Verwaltungsratsitzung. Das sei abgelehnt worden. „Wer nicht will, der hat schon“, scheut sich Neumann jetzt nicht vor aggressiver Werbung.

Die stößt BKK-Vorstand Uwe Gehrig bitter auf. Zumal er betont: Es habe noch keine Entscheidung in Sachen Fusion/BIG gegeben. In der Verwaltungsratsitzung einen Tag nach dem Informationsgespräch mit Neumann sei lediglich der Zusatzbeitrag beschlossen worden. Über das BIG-Gespräch sei lediglich informiert, nicht aber inhaltlich diskutiert worden. Es habe zu keinem Zeitpunkt ein Signal seitens des Verwaltungsvorstandes gegeben, Gespräche zu führen oder abzulehnen, so Gehrig.

„Hoeschte Zeit zu wechseln“ – „Man kann doch nicht ein Fusionsangebot machen und drei Tage später so aggressiv und gezielt gegen eine Kasse werben“, glaubt Gehrig, dass die „Anzeigenkampagne natürlich auch zur Kündigungswelle beigetragen hat“.

Technischer K.O.? Gehrig: „Wir suchen nach wie vor einen Partner. Aber der sollte, ich sage mal: aufrichtig sein“.

Die Entwicklung könnte gegenläufiger nicht sein: Auf der einen Seite eine traditionsreiche Krankenkasse mit überalterter Versicherungsstruktur und finanziellen Problemen. Die als Notanker den Zusatzbeitrag ausgeworfen hat und der jetzt reihenweise die Mitglieder weglaufen. Jedes Fünfte habe sich bereits anders orientiert, die Kasse ist auf rund 72 000 Versicherte geschrumpft. Was jetzt auch die Beschäftigten zu spüren bekommen.

Auf der anderen Seite eine junge moderne Gesundheitskasse, die 1996 mit 3 Mitarbeitern und 750 Versicherten in Dortmund gestartet war und inzwischen die Nummer 30 in der 150 Kassen starken Landschaft ist. Mitarbeiter: 525; Versicherte: 400 000. Und die, als sichtbares Bekenntnis zu Dortmund, jetzt den Büroriegel vor dem Dortmunder U bezogen hat.

 
 

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