Bewaffnete Rechte überfallen Linke in Dortmund-Wellinghofen

Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund. Bedrohungen und Sachbeschädigungen: Rechtsextremisten überfielen am frühen Freitag in Dortmund-Wellinghofen eine Gruppe Linker. Die hatte Plakate mit der Aufschrift „No Nazis“ aufgeklebt. Hinzu kam eine renitente Mutter.

Zu einem Polizeieinsatz kam es in der Nacht Zu Freitag um 2.47 Uhr an der Preinstraße/Zillestraße in Dortmund-Wellinghofen. Einsatzgrund war ein Überfall von Rechtsextremisten auf eine Gruppe linksorientierter Personen.

Nach Angaben der fünfköpfigen Linksgruppierung, die sich bei Eintreffen der Polizei im Haltestellenbereich der Preinstraße/ Ecke Zillenstraße aufhielt, seien sie von vier vermummten Rechtsextremisten, die mit einem VW Bulli unterwegs waren, angegriffen und bedroht worden. Zudem seien sie aus dieser mit Baseballschlägern und Messern bewaffneten Gruppe heraus mit Flaschen und Steinen beworfen worden. Verletzt wurde dabei niemand.

Bei Eintreffen der Polizei war der VW Bulli mit den Personen verschwunden. Trotz sofort eingeleiteter intensiver Fahndung konnte das Fahrzeug und die Personen nicht angetroffen werden.

Im Verlauf der Ermittlungen vor Ort entdeckten die Beamten an dem östlich der Preinstraße gelegenen Unterstand der dortigen Bushaltestelle zwei frisch geklebte Plakate mit der Aufschrift „No Nazis“. Auf der gegenüberliegenden Seite (westliche Bushaltestelle) lag eine Gefriertasche mit Kleister und Farbrolle. Da der dringende Tatverdacht bestand, dass aus der Linksgruppierung heraus diese Sachbeschädigungen begangen wurden, sollten die Personalien festgestellt werden.

In dieser Phase erschien eine 54-jährige Dortmunderin, die Mutter eines der Beteiligten, am Einsatzort und begann, massiv und anhaltend die Polizeibeamten bei deren Arbeit zu behindern. Die Frau wurde daraufhin mehrfach ermahnt, sich ruhig zu verhalten. Trotz dieser Ermahnung störte sie weiterhin die polizeilichen Maßnahmen. Daraufhin wurde ihr ein Platzverweis erteilt. Als auch der Platzverweis von ihr nicht beachtet wurde, nahmen die Beamten die Dortmunderin kurzfristig an Ort und Stelle in Gewahrsam und setzten sie bis zum Ende der Polizeimaßnahmen in einen Streifenwagen. Zur Verhinderung weiterer Störmöglichkeiten wurden ihr zudem Handfesseln angelegt.

Die weiteren Ermittlungen wurden noch in der Nacht vom Staatsschutz der Dortmunder Polizei übernommen, der ersten konkreten Täterhinweisen nachgeht. Zeugen werden gebeten, sich mit Hinweisen an den Kriminaldauerdienst unter der Rufnummer 0231/132-7491 zu wenden.

Friedliche Demos am Freitagabend

Am Freitag versammelten sich um 17.52 Uhr in der Dortmunder Innenstadt zunächst circa 50 Personen des linken Spektrums. Die Versammlung ging von der Reinoldikirche bis zur Freitreppe gegenüber des Hauptbahnhofs. Diese Versammlung dauerte bis 19.46 Uhr und endete ohne besondere Zwischenfälle.

Gegen 18.30 Uhr meldete eine Person des rechten Spektrums ebenfalls eine Spontandemonstration an. Circa 20 rechte Versammlungsteilnehmer versammelten sich im Bereich des Nordausgangs des Hauptbahnhofs. Diese Zusammenkunft wurde durch deren Versammlungsleiter gegen 20 Uhr beendet und verlief ebenfalls ohne besondere Vorkommnisse.

 
 

EURE FAVORITEN