Besetzer verlassen friedlich das Kronen-Gelände

Eine Hundertschaft der Polizei rückte an und riegelte das Gelände ab. Foto: WR/Knut Vahlensieck
Eine Hundertschaft der Polizei rückte an und riegelte das Gelände ab. Foto: WR/Knut Vahlensieck
Foto: WR Dortmund/Knut Vahlensieck

Dortmund.. Die Kultur-Initiative UZDO hat am Freitag das leerstehende Kronen-Gebäude an der Märkischen Straße besetzt. Ziel: die Gründung einer unabhängigen Kulturstätte. Eine Hundertschaft der Polizei rückte an und umstellte das Gelände

Kultur besetzt Brache

Kultur besetzt Brache
Nadine Albach (Text), Katrin Figge (Video)

Eine Initiative aus Künstlern, Musikern und Politszene hat gestern das leerstehende Gebäude der Kronenbrauerei an der Märkischen Straße besetzt, um dort das „Unabhängige Zentrum Dortmund“ (UZDO) als Kulturstätte zu gründen. Die Polizei forderte die Besetzer auf, das Gelände zu verlassen - was diese auch friedlich taten.

Hundertschaft der Polizei riegelte Gelände ab

Die Polizei riegelte das Areal ab, verstellte den Eingang, forderte die Besetzer, die bereits im Gebäude waren, auf, das Gelände zu verlassen, nahm die Personalien auf und fotografierte die Aktivisten. Immobilieneigentümer Hans Georg Hovermann hatte erklärt, dass er nicht mit der Besetzung des Hauses einverstanden sei. Er hat unter Vorbehalt Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt. „Wir setzen auf Kommunikation“, so Polizei-Pressesprecher Wolfgang Wieland. „Wir wollen den Konflikt friedlich lösen. Die Leute sind sehr gesprächsbereit.“

Obwohl das Gebäude gegen 16 Uhr ruhig geräumt war, zeigten sich einige der Aktivisten verstört über die Polizeipräsenz : „Ich finde es schade, dass das so angegangen wird. Alle Parteien wollen Kreativquartiere. Und wir hatten das Haus schon richtig schön geschmückt“, erklärte etwa Raumplanerin Svenja Noltemeyer (Ratsmitglied der Grünen). „Dass wir so kriminalisiert werden, ist skandalös“, findet Stadtsoziologe Tino Buchholz. „Wir wollen keinen Vandalismus, sondern würden das Gebäude nutzen und instandhalten. Daran müsste der Eigentümer auch ein Interesse haben.“

Ziel: ein unabhängiges, selbstverwaltetes Kulturzentrum

Die 50 bis 100 Aktivisten wollten in der Kronenbrauerei ein unabhängiges, selbstverwaltetes Kulturzentrum eröffnen, da es in Dortmund an Proberäumen und Ateliers für die alternative Kultur- und Politszene mangele. Zur Kulturhauptstadt flössen die Gelder hauptsächlich in Prestigeprojekte wie das Dortmunder U. Die Aktivisten hingegen nahmen den Leitsatz „Wandel durch Kultur“ der Ruhr.2010 wörtlich - und annektierten unter dem Motto „Wer U sagt, muss auch Z sagen“ das Gebäude. Eine Aktion, die sie ein halbes Jahr lang geplant hatten. „Wir nehmen uns unser Recht auf Stadt“, erklärte Buchholz. Gespräche mit Politik und Verwaltung seien zu langwierig und ineffektiv. Eine Woche Kulturprogramm hatten die Aktivisten geplant - und wollten mit dem Eigentümer über eine Nutzung verhandeln.

Das planen sie auch weiterhin, wie Noltemeyer erklärte. Aufgeben wollen die Aktivisten jetzt nicht: Sie initiierten gestern Abend eine Demonstration auf dem Alten Markt und wollen die Kulturwoche auf der Kapellenwiese an der Münsterstraße organisieren. „Raum muss man sich nehmen.“

 
 

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