Bei der relativen Armut liegt Dortmund vorn

Dortmunder gehören zu den ärmsten Menschen in Deutschland: Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Demnach gilt statistisch jeder vierte Dortmunder als einkommensarm - und das auch, wenn man das relativ niedrige Preisniveau in Dortmund berücksichtigt.

Dortmund. In Deutschland gelten Menschen als arm, wenn sie maximal 60 Prozent des mittleren Einkommens verdienen. Die Grenze liegt derzeit für Singles bei 980 Euro im Monat (inklusive staatlicher Sozialleistungen)und bei Familien mit einem Elternpaar und zwei Kindern bei 2058 Euro im Monat.

Legt man diese Zahlen zugrunde, sind 26,5 Prozent aller Dortmunder arm, im bundesweiten Vergleich bedeutet das Rang 3 hinter Bremerhaven (27,6 Prozent) und Leipzig (26,7 Prozent).

Unterschiedliches Preisniveau

Nun spielt in dieser Statistik das Preisniveau in den Städten keine Rolle: In einer Stadt wie München zu leben, ist deutlich teurer als zum Beispiel in Dortmund.

In ihrer Einkommens-Studie berücksichtigen die Forscher des KölnerInstituts der deutschen Wirtschaft diesen Faktor und präsentieren die Daten zu den Einkommen kaufkraftbereinigt:Danach sinkt in Dortmund die Armutsquote von 26,5 auf 2,5 Prozent. Ein besserer Rang im Bundesvergleich ergibt sich daraus nicht, Dortmund belegt in Sachen relative Armut dann Platz 2. Spitzenreiter ist Köln mit einer relativen Armutsquote von 26,4 Prozent.

Oliver Volmerich, Hyun-Ho Cha