Bahn-Chef soll sich zum Dortmunder Bahnhof erklären

DerWesten
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Dortmund.  Alles dreht sich um „Stuttgart21“ – aber die Sanierung des Dortmunder Hauptbahnhofs versinkt in Sprachlosigkeit. Wann der Bahnhofsumbau fertig sein wird, steht in den Sternen.

Der Eingangsbereich mit den für die Bahn interessanten Geschäften (die bringen Mieteinnahmen) wird irgendwann im ersten Quartal 2011 fertiggestellt sein. Vom zweiten, für die Bahnhofsbesucher wichtigen Bauabschnitt, mit breiteren Tunneln und Aufzügen zu den Bahnsteigen ist schon lange keine Rede mehr.

Um Druck zu machen auf die Bahn auch für die Modernisierung anderer Bahnhöfe, haben sich die NRW-Bundestagsabgeordneten der SPD am 15. Dezember zu einem Gespräch mit Bahnchef Rüdiger Grube angemeldet. Dortmunds Bundestagsgesandte Ursula Burchardt, die nicht teilnehmen kann, hat beim Vorstandschef der Bahn in einem mehrseitigen Schreiben nochmals eine „umfassende Sanierung“ angemahnt, die dem Standard entspreche, „der mittlerweile sogar in mittelgroßen Städten üblich ist.“

Breiterer Tunnel

Dazu gehöre zwingend ein breiterer Reisendentunnel. „Der Tunnel ist zu schmal und die Verbindung zur Stadtbahn zu klein“, schreibt Burchardt. Obendrein habe die Stadt (schon zu 3do-Zeiten) eine zusätzliche Nordverbindung zwischen dem Tunnel und der Verteilerebene für die Stadtbahn angemahnt – und werde durch das Gutachten eines Ingenieurbüros bestätigt, nach der eine Breite von rund 15 Metern angemessen sei.

Der Tunnel ist nicht nur zu schmal. Es fehlen auch barrierefreie Zugänge zu den Bahnsteigen. Rolltreppen, so Burchardt, gebe es längst nicht an Zugängen, obendrein seien viele Aufgänge schlicht zu schmal. Behinderte könnten nur mit fremder Hilfe und Rollstuhlfahrer nur auf „unzumutbaren Umwegen“ die Bahnsteige erreichen. Im Gegensatz zu anderen Hauptbahnhöfen verfüge der Dortmunder über keine Lounge. Die Nordseite sei in baulich schlechtem Zustand, der Eingang schreie förmlich nach architektonisch ansprechender Gestalt. Obendrein erinnert Burchardt Bahnchef Grube an frühere Pläne, den ehemaligen Posttunnel zu öffnen und eine Nord-Süd-Achse für Fahrradfahrer einzurichten. – Alles Schall und Rauch? Rund 100 Mio. Euro sollte der zweite Bauabschnitt nach Darstellung der Bahn kosten. Warum es so still ist um das Projekt: Die Bahn baut nur, wenn Fördergeld fließt.