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Haldenführer Ruhrgebiet

Ausflug zur Deponie Schleswig in Dortmund

28.10.2012 | 17:03 Uhr
Ausflug zur Deponie Schleswig in Dortmund
Noch haben Radlader und Lkw Vorfahrt auf der Halde der Deponie Schleswig in Dortmund.

Dortmund.  Mitten im Ruhrgebiet liegt ein Gebirge, das es vor einigen Jahrzehnten noch gar nicht gab: Die Halden und Deponien mit den Abfällen der Montanindustrie bilden mittlerweile eine beachtliche Bergwelt. Ein Ausflug zur Deponie Schleswig in Dortmund.

Steckbrief

Stadt/Stadtteil: Dortmund-Brackel

Fertigstellung: ? – evtl. 2011

Zugänglichkeit: vollständig abgesperrt

Art/Form: Schlacke- und Bauschuttdeponie

Eigentümer: ThyssenKrupp Steel

Höhe über NN: ca. 138 m

Höhe über Niveau: ca. 45 m

Fläche: ca. 41 ha

Anfahrt: Aplerbecker Straße

Alle Jahre wieder dürfen interessierte Dortmunder die Deponie Schleswig besichtigen. Mal auf Einladung der Volkshochschule, mal auf Einladung des Bezirksbürgermeisters. Wann immer es auf und um das hermetisch abgeriegelte Gelände geht, werden Pläne vorgestellt, was man so alles mit der Halde machen kann, wenn erst mal die Grundsanierung (sprich: Renaturierung) fertig ist: Wanderwege, Freizeitareale, eine Veranstaltungsfläche, ein Aussichtsturm und eine Winterrodelbahn sind im Geiste schon gebaut – wenn man den Worten der Sonntagsredner glauben darf.

Vorbereitet auf ihr zukünftiges Leben wird die Deponie schon seit Jahren. Einst war sie Abraumhalde der Schachtanlage Schleswig, nach deren Stilllegung im Jahr 1925 diente sie dann den verschiedenen Hüttenwerken als Endlager für Schlacke und Bauschutt. Letzter Betreiber und immer noch Eigentümer der Halde ist ThyssenKrupp Steel.

Fünf Millionen Euro sollen investiert werden

Über alle Berge - Der definitive Haldenführer Ruhrgebiet

Dieser Text stammt aus dem Buch "Über alle Berge - Der definitive Haldenführer Ruhrgebiet", erschienen im Klartext Verlag. Hier geht's zum Onlineshop.

Fünf Millionen Euro will ThyssenKrupp hier in die Renaturierung und Gestaltung der Deponie Schleswig investieren. Andere Lesart: 5 Millionen müssen investiert werden, um die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen. Während der Südteil schon seit Jahrzehnten nicht mehr industriell genutzt wurde und sich dort bereits Flora und Fauna entwickeln konnten, sind im Nordteil des Geländes noch etliche Maßnahmen erforderlich, um die Halde dauerhaft zu rekultivieren.

Das funktioniert allerdings nicht immer so, wie man es gerne hätte. So ist wegen der Geländebeschaffenheit die Anlage von Biotopen technisch schwierig. Was in der Summe dann dazu führte, das die Halde nicht wie geplant und verkündet „spätestens 2007“ für die Bevölkerung geöffnet werden konnte. Auch nicht 2008, 2009 und 2010.

Aber 2011, dann soll‘s endlich soweit sein. Bis dahin wird es sicherlich noch ein paar Besichtigungen und Begehungen geben, auf denen man vorab schon den herrlichen Rundblick von knapp 140 Metern Höhe genießen kann.

 

Wolfgang Berke und Manfred Vollmer (Fotos)

Kommentare
12.06.2015
17:43
Krass!
von creck | #1

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2015, und der "Monte Schlacko" ist noch immer nicht eröffnet. In dieser Zeit kann man sogar in Berlin Flughäfen...
Weiterlesen

1 Antwort
Mittlerweile
von DerHeerener | #1-1

hat man dann wohl auch in Dortmund erkannt, daß die Stadt weitaus drängendere und mindestens ebenso kostspielige Probleme hat ! Von daher kann ich die ausbleibende Renaturierung eines Industrieareals durchaus verschmerzen.

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https://www.derwesten.de/staedte/dortmund/ausflug-zur-deponie-schleswig-in-dortmund-id6981756.html
2012-10-28 17:03
Deponie Schleswig, Dortmund, Schachtanlage Schleswig, Schlacke, Bauschutt, ThyssenKrupp Steel,
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