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Haldenführer Ruhrgebiet

Ausflug zur Deponie Grevel in Dortmund

28.10.2012 | 17:29 Uhr
Ausflug zur Deponie Grevel in Dortmund
Der Haldenblick von der Deponie Grevel in Dortmund auf das Lanstroper Ei, einen historischen Wasserturm.

Dortmund.  Mitten im Ruhrgebiet liegt ein Gebirge, das es vor einigen Jahrzehnten noch gar nicht gab: Die Halden und Deponien mit den Abfällen der Montanindustrie bilden mittlerweile eine beachtliche Bergwelt. Ein Ausflug zur Deponie Grevel in Dortmund.

Ganz im Nordosten Dortmunds liegt eine mehr als 100 Hektar große Haldenlandschaft, die ebenso wie der Deusenberg vom städtischen Entsorgungsunternehmen EDG betrieben wird. Wobei das künstliche Gebirge zwischen Derne, Grevel und Lanstrop streng genommen aus ehemaligen Müllkippen gewachsen ist und noch wächst. Lediglich ganz im Westen, längs der Bahnlinie Dortmund-Lünen, stammt der Sockel aus Waschbergen der ehemaligen Zeche Gneisenau.

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Der begrünte, erschlossene und zugängliche Haldenkörper im Süden ist die ehemalige Deponie Grevel, die auch mal als „Halde Grevel“ bezeichnet oder „Greveler Alm“ genannt wird. Von den 1960er bis in die frühen 1990er Jahre wurde hier Bauschutt und Hausmüll angehäuft. 1994 übernahm diese Funktion dann die neue Müllhalde nördlich der Tettenbachstraße, und die Altdeponie konnte saniert werden.

Steckbrief

Alias: Greveler Alm

Stadt/Stadtteil: Dortmund-Grevel

Fertigstellung: 2004

Zugänglichkeit: nur auf den Wegen

Art/Form: Mülldeponie

Eigentümer: Entsorgung Dortmund

Höhe über NN: ca. 122 m

Höhe über Niveau: ca. 40 m

Fläche: ca. 37 ha

Anfahrt: Rote Fuhr, Tettenbachstr.

Hostedder Straße

Besonderes: Gasbrunnen zum Absaugen

der Deponiegase,

drei Aussichtsplattformen

Dabei wurde ein anfängliches Problem zur Chance: Durch die hohe Menge organischer Abfälle, die im Deponiekörper schlummerte, entwickelten sich Gase und werden es voraussichtlich auch noch bis ins Jahr 2050 tun. Also baute man sogenannte Gasbrunnen zum Absaugen des Deponiegases, 100 Sammelstellen sind es insgesamt, von denen einige bei einem Spaziergang gut an den markanten Häuschen erkennbar sind.

Das gesammelte Deponiegas wird zu einem kleinen Kraftwerk im Bereich des Recyclinghofes an der Roten Fuhr geleitet, wo es soviel Strom erzeugt, dass damit ca. 4 500 Eigenheime mit elektrischer Energie versorgt werden können.

Keine Kühe auf der "Alm"

Die Oberfläche der Deponie bekam nicht nur ein viereinhalb Kilometer langes Wegenetz, sondern auch reichlich Lebensraum für Flora und Fauna. 30 000 Sträucher und Bäume wurden gepflanzt. Im unteren Bereich der Halde Hainbuchen, Stieleichen und Winterlinden. Auf dem Weg nach oben folgt niedrigere Bepflanzung mit Weißdorn, Schneeball, Reinweiden, Vogelkirschen, Schwarzerlen, Ebereschen und Holunder. Und ganz oben finden sich Rasen und Kräuterflächen mit Steinschüttungen für das Echsen- und Nattergetier.

Kühe oder andere Paarhufer, wie der Begriff „Alm“ vermuten lässt, sieht man hier allerdings selten. Mit ein wenig Glück trifft der geneigte Wanderer auf Rehe, Kaninchen, Hasen, Füchse, Bus- Nachdem die Halde Grevel geschlossen wurde, übernahm die Deponie Dortmund- Nordost deren Job. Auf der Grundlage einer alten Waschbergehalde der ehemaligen Zeche Gneisenau wird hier seit 1994 Müll gelagert.

Anfangs war es nahezu alles, was der Hausmüll hergab, seit 2005 dürfen hier nur noch anorganische Stoffe abgelagert werden. Eine Rekultivierung und öffentliche Nutzung liegt noch in weiter Ferne. Bis 2020 wird es mindestens dauern, ehe eine Schließung der Deponie auf der Tagesordnung steht. Wenn irgendwann einmal auch hier die Zäune fallen, dürfte zusammen mit dem Lanstroper See und der „Greveler Alm“ im Nordosten von Dortmund eine außergewöhnliche, künstliche und trotzdem naturgeschütze Landschaft entstehen. Wer sich heute schon einen Eindruck verschaffen möchte, kann auf einem Freizeitweg im Bogen westlich um die Deponie herum laufen, radeln oder reiten.

Wolfgang Berke und Manfred Vollmer (Fotos)


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