Aus für Heimatdesign am Hohen Wall

Sie haben den Begriff "Heimatdesign" zu einem Dortmunder Markenzeichen geformt. Seit 2009 betreiben Reinhild Kuhn und Marc Röbbecke auch ihr Verkaufsgeschäft mit Objekten junger Kreativer am Hohen Wall 15. Aber nur noch bis zum 1. Oktober, dann ist Schluss - zumindest für das Ladenlokal.

Dortmund pusht die Kreativwirtschaft. Junge Designer und Kreative aller Art werden auf vielen Ebenen unterstützt, um den Markt mit frischen Ideen und Projekten zu beleben. Klar ist aber auch: Die Arbeit der Kreativ-Szene soll sich wirtschaftlich tragen. Kein Designer kann davon leben, wenn seine Objekte wie Tische, Stühle, Lampen und Accessoires zwar schön anzusehen sind, im Verkaufsgeschäft aber den Stempel des Ladenhüters tragen.

Diese Entwicklung hat sich für das Ladenlokal von Reinhild Kuhn und Marc Röbbecke am Hohen Wall 15 abgezeichnet: Die Nachfrage hat nicht gehalten, was sich die beiden "Heimatdesigner" versprochen haben. Deshalb starten sie am Samstag, 1. Oktober, ihren letzten Verkaufstag und ziehen die rund 220 Quadratmeter großen Laden-, Büro- und Ausstellungsflächen frei. Der nächste Mieter steht quasi schon vor der Tür: Der Softwareentwickler "codecentric", der bereits eine Dependance am Hohen Wall 15 hat, will sich vergrößern.

Interesse war da, aber keine Kaufbereitschaft

"Viele unserer Kunden bedauern, dass wir schließen", sagt Reinhild Kuhn. "Aber bei der Flächengröße war die Wirtschaftlichkeit einfach nicht mehr gegeben." Das Interesse an Objekten junger Kreativer sei zwar dagewesen, die Kaufbereitschaft habe sich aber in Grenzen gehalten. "Die Kundenfrequenz an diesem Standort war insgesamt rückläufig", bedauert die Heimatdesignerin. Dortmund habe eine sehr aktive Kreativ-Szene. "Der Punkt ist nur, dass viele Objekte Einzelstücke und Kleinserien, also sehr hochpreisig sind und noch keinen bekannten Markennamen tragen."

Ihren stationären Handel also schließen die Heimatdesigner. Ihr Online-Shop hingegen, in dem sie Waren übers Netz verkaufen, soll für die Kunden geöffnet bleiben. Und natürlich ziehen sich Reinhild Kuhn und Marc Röbbecke nicht aus der Kreativ-Szene zurück. Im Gegenteil: Heimatdesign ist weit mehr als der Verkaufsladen. Heimatdesign ist auch Agentur, Veranstalter, Ansprechpartner für Kreative und Teil des Kreativ-Netzwerks insgesamt.

Und genau diese Aktivitäten wollen Kuhn und Röbbecke weiter nachgehen und sie nach Möglichkeit ausbauen. Jüngstes Beispiel ist ihre Onlineplattform "designmetropole.ruhr", eine Plattform, die junge Kreative zusammenbringt. Auch das Magazin "Heimatdesign" soll weiter erscheinen. Kuhn und Röbbecke bleiben auch dem Standort Hohe Wall 15 treu: Sie beziehen ein Büro in der 1. Etage. Dort werden sie in bester Gesellschaft sein: Die Stadtteilgenossenschaft InWest eG hat für das "Unionviertel.Kreativ"einen großen Teil der oberen Büroetagen angemietet. Junge Kreative sollen dort einquartiert werden.

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