Aus dem Chaos entspringt der Witz

Premiere steht vor der Tür: Geierabend-Probe auf Zollern II. Foto: Franz Luthe
Premiere steht vor der Tür: Geierabend-Probe auf Zollern II. Foto: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund.. Auf dem Tisch steht eine Obstkiste, auf der Bühne bringt Choreograph Alexander Acev sechs Pinguine in Stellung und Roman Marczewski, unschwer als mächtiger Gletscher zu erkennen, schickt eine Warnung voraus: „Vorsicht, Eisberg kommt!“

Probenstress vor der Premiere des Geierabends 2011 am 13. Januar: Mit einer Leichtigkeit begleitet Hans Wanning auf dem E-Piano das Ganze mit perlenden Tastentönen. „Der will immer nur spielen“, sagt Regisseur Günter Rückert. Andreas Ruhnke ist einer aus dem Ensemble, der unter dem luftdichten Pinguinkostüm steckt. „Zehn Minuten kann ich noch“, japst er. Dann droht wohl seine persönliche Pol-Schmelze.

Das vitaminbegleitete Chaos in der Zeche Zollern fügt sich in den nächsten Tagen zum Programm „Pott to go“. „Ein kleines Jubiläum“, sagt Rückert. Seit 20 Jahren chaotisieren und politisieren sie den Karneval, liebgewonnen nicht nur von Dortmundern, „wir haben schließlich auch Schalker im Publikum“. Die ihm zuletzt sowieso viel Spaß gemacht haben, und denen er eigens für den zwischenzeitlich erreichten Abstiegsplatz eine Szene gegönnt hat. Wie die Schalker nämlich, angesichts des beschämenden Tabellenranges ihres Vereines über den Kanal nach Dortmund geflohen, integriert werden sollen. Voraussetzung: „Erstmal die Sprache lernen.“ Der Durchstart der Mannschaft hat ihm die Szene ein wenig verhagelt, „ich muss sie aktualisieren“. Vielleicht meint er „leider“.

41 Vorstellungen mit jeweils 24 Nummern hat das Ensemble vor der Brust, am achten März fällt der Vorhang. Wie im vergangenen Jahr werden sie dann vor insgesamt 18 000 Besuchern gespielt haben. Der Vorverkauf läuft gut, „am ersten Tag haben sich die ersten Käufer um vier Uhr morgens für Karten angestellt“. Für die Vorstellungen an Frei- und Samstagen gebe es nur noch Einzelkarten.

Dass Spaß eine ernste Sache ist, ist eine Binse. Das ganze Jahr über guckt, überlegt und notiert Regisseur Günter Rückert, schon jetzt speichert er Ideen für den Geierabend 2012 ab. „Ich zieh’ nach Bottrop“, klingt es von der Bühne, „vielleicht für immer.“ Wetten, dass nicht?

 
 

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