Aufsichtsräte für weitere 49 Prozent Steag-Anteile

Gregor Beushausen
Die Steag-Hauptverwaltung in Essen. Foto Walter Buchholz/WAZ FotoPool
Die Steag-Hauptverwaltung in Essen. Foto Walter Buchholz/WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Dortmund. Die Aufsichtsräte von DSW21 und DEW21 haben am Montag in einer gemeinsamen Sitzung dem Erwerb von weiteren 49 Prozent der Anteile an der Evonik Steag GmbH zugestimmt. Der nächste Schritt ist die Befassung im Rat der Stadt Dortmund.

Nach der Übernahme der 51 Prozent-Anteile am fünftgrößten deutschen Stromversorger Steag haben die Stadtwerke und deren Energietochter DEW am Montag den Grundstein gelegt für den Kauf der restlichen 49 Prozent. Gegen die Stimmen der Grünen und der FDP haben die Aufsichtsräte ihren Unternehmensführungen mehrheitlich freie Hand gegeben, gemeinsam mit den anderen Käufern innerhalb des kommunalen Konsortiums Steag innerhalb der nächsten Jahre im ersten Schritt komplett zu übernehmen. Was noch aussteht, ist die Zustimmung des Rates in der Sitzung am 17. Februar.

Zur Erinnerung: Im Dezember 2010 hatte das Stadtparlament die Übernahme der ersten 51 Prozent für einen Kaufpreis von 649 Millionen Euro abgesegnet, den die kommunalen Käufer bestehend aus den Dortmunder Stadtwerken (18 Prozent), DEW (18 Prozent), Bochum (18 %), Essen (15 %) Duisburg (19 %) Dinslaken und Oberhausen (je 6 %) zu zahlen haben.

Preisbasis 624 Millionen Euro

Für die weiteren 49 Prozent liegt ein Kaufpreis von zunächst 624 Millionen Euro zugrunde. Die Verträge sollen allerdings so ausgestaltet werden, dass der tatsächlich zu entrichtende Preis am Ende bei rund 560 Millionen Euro liegen könnte. Dabei haben die kommunalen Partner die Möglichkeit, die Anteile entweder „frühestens nach Ablauf von drei Jahren“ zu übernehmen - oder sich aber bis 2017 damit Zeit zu lassen.

Fest steht schon jetzt: Lange werden die kompletten 49 Prozent nicht in kommunalen Händen bleiben, sie sollen wenigstens zum Teil an neue Partner weitergereicht werden, die ebenfalls in den kommunalen Konvoi einsteigen wollen. Dabei hält man sich ausdrücklich die Möglichkeit offen, auch Privaten mit Erfahrung im Auslandsgeschäft einen oder mehrere Plätze freizuhalten. Um mögliche Interessenten will man sich schon jetzt bemühen.

Aufstock-Option

Und auch das soll in den Verträgen verankert werden: Sollten sich einige der kommunalen Partner im Laufe der Zeit eben doch wieder zurückziehen, sollen die Dortmunder Stadtwerke und DEW die Chance haben, ihre eigenen Anteile am Stromlieferanten Steag um ein Drittel auf dann je 24 Prozent aufzustocken - andere Städte erlauben ihren Gesellschaften sogar, noch deutlicher zuzulegen.

Die FDP stimmte bei der Aufsichtsratssitzung gegen das Geschäft, weil der Kauf eines privaten Unternehmens nicht in das ordnungsliberale Credo passt und die Risiken schlicht zu hoch seien. Die Grünen lehnen die Übernahme der 49 Prozent ab, weil der Rat der Stadt ihren Antrag auf den streng ökologischen Umbau von Steag im Dezember abgelehnt hat.