Aufklärung über Gefahren des Rauchens

Live-Medizin zum Thema Raucherlunge und Rauchen im Knappschaftskrankenhaus: Eva-Maria Schmidt, MTA in der Pneumologie, testet an interessierten Besuchern die Lungenfunktion. Foto: Franz Luthe
Live-Medizin zum Thema Raucherlunge und Rauchen im Knappschaftskrankenhaus: Eva-Maria Schmidt, MTA in der Pneumologie, testet an interessierten Besuchern die Lungenfunktion. Foto: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe
Das war eine Live Medizin-Veranstaltung für Mutige. Für mutige Raucher, die sich von einem Lungenfacharzt die Gefahren des Rauchens drastisch vor Augen führen lassen wollten. Um so vielleicht den inneren Schweinehund zu besiegen und mit dem Rauchen aufzuhören.

Dortmund.. Das war eine Live Medizin-Veranstaltung für Mutige. Für mutige Raucher, die sich von einem Lungenfacharzt die Gefahren des Rauchens drastisch vor Augen führen lassen wollten. Um so vielleicht den inneren Schweinehund zu besiegen und mit dem Rauchen aufzuhören. Dr. Simon Wang musste im Knappschaftskrankenhaus viele Fragen beantworten.

Die Statistik war den meisten Besuchern unserer Serie „Live Medizin“ vielleicht noch bekannt: Lungenkrebs ist heute bei Männern die häufigste Tumorart, die zum Tode führt. Bei Frauen nur übertroffen vom Brustkrebs. Meist wird die Krankheit erst zu spät erkannt. Dann hat der Tumor bereits im ganzen Körper seine Metastasen gestreut. Lungenkrebs sei erst mit der Verbreitung des Tabakkonsums aufgetreten, ließ Wang keine Zweifel an den Ursachen der Krankheit.

Herzinfarkt und Schlaganfall drohen

Doch es ist nicht nur die Lunge, die permanent durchs Rauchen geschädigt und chronisch entzündet wird. „Die Gefäße im gesamten Körper leiden, weil sie durchs Nikotin verengt werden“, so Wang. Die Gefäßverkalkung wird beschleunigt. Herzinfarkt und Schlaganfall drohen. Alle Organe werden schlechter durchblutet. Das sieht man besonders der Haut an, die eine ungesunde Farbe und Falten entwickelt.

Am meisten Schaden richtet der Rauch mit seinen Hunderten verschiedenen giftigen Substanzen in der Lunge an. Teer verstopft die Kapillaren in der Lunge. Der gesamte Organismus bekommt zu wenig Luft. Schließlich entarten die Epithelzellen in der Lunge und vermehren sich unkontrolliert, wachsen ins Nachbargewebe, streuen in Leber, Hirn und Knochen. Selbst Blasen- und Darmkrebs werden in Verbindung mit dem Rauchen gebracht. Die Lebensqualität leidet bei Rauchern allerdings schon vor dem Ausbruch einer Tumorerkrankung. Nur kurz zeigte der Mediziner schlimme Aufnahmen von abgestorbenen Zehen, offenen Beinen und geteerten Lungenflügeln.

Aber auch, wenn Beine scheibchenweise amputiert werden, hört der Patient oft nicht mit dem Rauchen auf. Warum, so die gestellt Frage. Das liegt eben an der Sucht. Sie ist vor allem psychisch bedingt, weniger körperlich.

"Es macht immer Sinn aufzuhören"

„Wie gefährlich ist paffen?“ wollte eine Zuhörerin wissen. Die Lunge leidet weniger. Aber es kann trotzdem Krebs in Mundhöhle, an den Mandeln oder in der Nase entstehen.

„Macht es Sinn, nach 30 Jahren mit dem Rauchen aufzuhören?“ fragte eine andere Besucherin. Wang: „Es macht immer Sinn, damit aufzuhören.“ Die Uhr lasse sich zwar nicht zurückdrehen. „Aber die Lungenfunktion verschlechtert sich dann langsamer. Und die Lebensqualität wird sowieso sofort besser.“ Endlich wieder riechen, wie der Frühling riecht oder feine Gewürze schmecken.

Thema Passivrauchen. „Das erhöht das Gesundheitsrisiko ebenso.“ Die kleinen Hilfsmittel beim Abgewöhnen: Nikotin-Kaugummi oder -Pflaster, Hypnose, Akupunktur. Alles legitim. „Aber entscheidend ist der Wille aufzuhören“, schloss Wang.

FAKTEN:

- Vor und nach dem Vortrag hatten die Besucher von Live Medizin die Gelegenheit zu einem Lungenfunktionstest. Angefeuert von Krankenschwester Eva-Maria Schmidt konnten die Gäste ihr ganzes Lungenvolumen zeigen.

- Anschließend war Gelegenheit, sich Infos über einen Rauch-Entwöhnungskurs geben zu lassen, der zum großen Teil von Krankenkassen übernommen wird. Info: www.nichtraucher-in-5-stunden.de

 
 

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