Arnsberg will PCB-Lieferung aus Kasachstan klären

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Wieviele PCB-haltige Kondensatoren kamen aus Kasachstan zum Dortmunder Envio-Gelände? Foto: Rottmann
Wieviele PCB-haltige Kondensatoren kamen aus Kasachstan zum Dortmunder Envio-Gelände? Foto: Rottmann
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund. Im PCB-Giftskandal um die Dortmunder Entsorger-Firma Envio macht die Bezirksregierung Arnsberg nun Druck auf das kasachische Umweltministerium. Dabei geht es um die Lieferung PCB-haltiger Kondensatoren.

Angesichts der widersprüchlichen Aussagen zu der Frage, wie viele PCB-haltige Kondensatoren in den letzten Jahren aus Kasachstan zur Dortmunder Firma Envio geliefert wurden, dränge die Bezirksregierung Arnsberg nach eigener Aussage auf Aufklärung aus erster Hand. Die Bezirksregierung habe das kasachische Umweltministerium inzwischen schriftlich aufgefordert, alle Erkenntnisse über Lieferungen kurzfristig offenzulegen.

Hintergrund: Die Bezirksregierung habe dem kasachischen Umweltministerium zwischen Dezember 2007 und Mai 2009 zwei Importgenehmigungen für PCB-haltige Kondensatoren im Gesamtumfang von 745 Tonnen erteilt. Envio habe der Bezirksregierung Entsorgungsbestätigungen vorgelegt, wonach insgesamt aber nur sechs Transporte mit 197 Tonnen Kondensatoren bei Envio angeliefert worden seien. Die Westfälische Rundschau hatte aber aufgedeckt, dass das kasachische Umweltministerium erklärt habe, insgesamt seien 400 Tonnen Kondensatoren verschickt worden.

Daraufhin war auch in der letzten Sitzung des Umweltausschusses der Stadt Dortmund am 3. November die Frage aufgeworfen worden, ob es Lieferungen gab, die den Aufsichtsbehörden nicht angezeigt worden sind.

Weitere Anträge

Für die Bezirksregierung ist Fakt: Das kasachische Umweltministerium hatte nur wenige Wochen nach dem Besuch von Umweltminister Aschimov in Arnsberg im Juni 2009 zwar eine weitere Importgenehmigung beantragt und im Februar 2010 einen zweiten Antrag folgen lassen - das erste Antragsverfahren wurde aber eingestellt, der zweite Antrag zurückgenommen.

Weitere Transporte aus Kasachstan zur Firma Envio wird es nicht geben - die Firma ist stillgelegt, neue Importgenehmigungen wird die Bezirksregierung auf keinen Fall erteilen. Bernd Müller, Umweltabteilungsleiter der Bezirksregierung: „Wir wollen in der Frage der Kasachstan-Importe Klarheit, ob die Firma Envio auch in diesem Fall gegenüber der Behörde und der Öffentlichkeit mit gezinkten Karten gespielt hat.“