ARD-Reportage findet "Deutschlands neue Slums" in Dortmund

Katrin Figge
Armutseinwanderer in Dortmund
Armutseinwanderer in Dortmund
Foto: WDR
Der Titel ist provokant: Die Reportage "Deutschlands neue Slums" zeigt die Dortmunder Nordstadt aus Sicht der Armutsflüchtlinge aus Bulgarien und Rumänien. Zwei Journalistinnen haben die Einwanderer ein halbes Jahr lang begleitet. Die Reportage läuft am Montagabend in der ARD.

Dortmund. Einwanderer aus Osteuropa verändern das Bild der Dortmunder Nordstadt. Zwei ARD-Reporterinnen haben die neuen Armutsflüchtlinge ein halbes Jahr lang begleitet um herauszufinden, wie sie leben. Wie sie behandelt werden. Wer an ihnen verdient. Und wer sich vor ihnen fürchtet.

Das Wort "Slum" hätten die beiden Autorinnen dabei nach langem Überlegen mit Bedacht gewählt, erklärt Co-Autorin Isabel Schayani. "Natürlich ist die Dortmunder Nordstadt kein Slum wie man ihn aus Nairobi oder Neu-Delhi kennt", erklärt Co-Autorin.

Wenn man die Einwanderer aber in ihre Häuser, Hinterhöfe und Wohnungen begleite und sehe, unter welchen Umständen sie hausen, sei man schockiert — auch deshalb, weil die Menschen denken ihre Wohnsituation sei normal. "Deshalb haben wir den provokativen Begriff 'Slum' gewählt ", so Schayani. Auch die Stadt Dortmund wird in der "ARD Exclusiv"-Reportage kritisiert, unter anderem für ihre mangelnde Sozial- und Aufklärungsarbeit.

Die Reportage "Dortmunds neue Slums" läuft am Montag (19. August 2013) um 21.55 Uhr in der ARD. Eine Fernsehkritik dazu finden Sie ab Dienstagmorgen auf waz.de!

Hier ein Auszug aus der Ankündigung der ARD:

"Stadtteile wie die Dortmunder Nordstadt verändern ihren Charakter durch die Zuwanderung aus Südosteuropa. Mehr und mehr Menschen aus Bulgarien und Rumänien kommen nach Deutschland, um in Dortmund, Köln oder Duisburg zu überleben. Viele der Alteingesessenen fühlen sich in ihren Vierteln nicht mehr wohl. Sie fürchten den Anstieg von Kriminalität, Prostitution, Menschenhandel. Manche haben Angst vor den Zuwanderern und vor denen, die mit ihnen Geschäfte machen.

Monitor-Redakteurin Isabel Schayani und Autor Esat Mogul begleiten die neuen Armutseinwanderer ein halbes Jahr lang und versuchen herauszufinden, wer an den Menschen „ganz unten“ verdient. Unter welchen Umständen kommen sie nach Deutschland? Wer sind die Leute, die ihnen statt Wohnungen Matratzen oder Kellerlöcher vermieten? Wer lässt sie unter unwürdigen Bedingungen arbeiten, oftmals nur für einen Hungerlohn, wie sie erzählen? "