Architekt will Amphisaal im Harenberg-Center retten

Das Harenberg City-Center wird zum reinen Büro-Haus. Das Kulturprogramm ist ebenso Geschichte wie das Bistro und die Veranstaltungsebene auf der obersten Etage. Um wenigstens den Amphisaal im Erdgeschoss vor dem Umbau zu retten, hat Architekt Eckhard Gerber jetzt sein Urheberrecht geltend gemacht. Wir erklären den Fall.

Dortmund.. Was ist das Harenberg City-Center?

Das von Prof. Eckhard Gerber konzipierte und 1994 als damals höchstes Haus der Stadt eröffnete HCC fand wegen seiner besonderen Architektur bundesweit Beachtung. Besonders gelobt wurde unter anderem die Gestaltung des Anbaus, der dem Lauf des Wallrings folgt und an ein Tortenstück erinnert. "Kultur im Tortenstück" war dann auch das zentrale Motto für die hochkarätigen Kulturveranstaltungen im Amphisaal des HCC. Zu Gast waren beispielsweise Loriot, David Garrett oder Harry Rowohlt.

Was passiert jetzt damit?

Jetzt ist Schluss mit Kultur in dem markanten Hochhaus am Königswall. Der amerikanische Fonds, der das Haus übernommen hat, setzt auf "mehr hochwertige Büroflächen". Die 18. Etage und das Bistro sollen im neuen Jahr entsprechend umgebaut werden.

Wie sehen die Pläne für den Amphisaal aus?

Noch offen ist die Zukunft des Amphisaals im Erdgeschoss. Dessen künftige Nutzung ist "noch in Planung", erklärt HCC-Geschäftsführer Klaus Becker. "Vorerst bleibt der Saal unangetastet." Und das könnte auch dauerhaft gelten. Denn der Architekt des HCC, Prof. Eckhard Gerber, hat gegenüber dem neuen Eigentümer sein Urheberrecht geltend gemacht, wie Gerber unserer Redaktion bestätigte.

Was bedeutet es, wenn ein Architekt sein Urheberrecht geltend macht?

Das heißt, das bauliche Änderungen ohne sein Einverständnis nicht möglich sind. Das gilt nicht nur gegenüber dem ursprünglichen Bauherrn, sondern auch gegenüber Dritten, also etwa späteren Eigentümern. Entscheidend beim Urheberrecht ist die Originalität und die Individualität des Architektenwerks.

Beide Aspekte dürften für das HCC ohne Frage gelten. Würde das Urheberrecht des Architekten verletzt, hätte er unter Umständen Anspruch auf Beseitigung des "Schadens", also etwa von nicht mit ihm vereinbarten Umbauten des Baus, oder auf Schadensersatz.

Wie lautet Prof. Gerbers Begründung?

"Als Architekt des Harenberg City Centers bedauere ich die Pläne sehr, den Amphisaal zu schließen", erklärt Eckhard Gerber. "Der runde Amphisaal mit den ansteigenden Sitzreihen ist baulich wie inhaltlich eng mit dem Haus verbunden." Das gesamte HCC würde ein wichtiges Ambiente der "kommunikativ-kulturellen Besonderheit einbüßen", ist Gerber überzeugt. Deshalb habe er "im Interesse des Hauses und seines Wertes für die Stadt Dortmund das Recht auf Urheberschaft angezeigt, um den Erhalt zu sichern."

Was will der Architekt erreichen?

Gerbers Hoffnung ist, dass sich ein neuer Interessent und eine wirtschaftliche Nutzung für die Veranstaltungsräume im HCC und dem Amphisaal finden. Auf jeden Fall können die Planer des Umbaus die Rechnung wohl nicht ohne den Architekten machen.

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