Anwohner klagen, da am Borsigplatz Geschäfte schließen und Drogenhandel blüht

Der Edeka am Borsigplatz hat geschlossen. Anwohner und Politiker beklagen eine Reduzierung des Lebensmittel-Angebotes am Borsigplatz.
Der Edeka am Borsigplatz hat geschlossen. Anwohner und Politiker beklagen eine Reduzierung des Lebensmittel-Angebotes am Borsigplatz.
Foto: WR/Franz Luthe
Schlecker, Deutsche Bank, Metzger, Edeka - alles dicht: Die Bewohner am Borsigplatz in Dortmund bekommen ein Problem mit der Nahversorgung. Gerade Ältere sehen sich derzeit nach der Schließung des Lebensmittel-Marktes vor erhebliche Einkaufs-Probleme gestellt. Hinzu kommt das Drogen-Problem.

Dortmund. Erst schloss die Schleckerfiliale, dann verabschiedete sich die Deutsche Bank, der Metzgerladen machte zu, und jetzt ist auch noch der einzige Lebensmittelmarkt in der näheren Umgebung weg. „Am Borsigplatz wird das Geschäftsleben ausgetrocknet“, sorgt sich nicht nur Volkan Baran, Ratskandidat der SPD, um die Nahversorgung im Borsigplatz-Quartier. „Menschen ohne Auto, Senioren oder Alleinerziehenden bleibt nur noch ein mühsamer Weg zu Fuß oder die Fahrt mit dem Bus zum Einkaufszentrum an der Bornstraße oder zum Hornbachgelände.“

Gerade ältere Anwohner rund um den Borsigplatz sehen sich durch den Wegfall des Edeka-Marktes vor Probleme gestellt. „Ich kann doch nicht für jeden Kopf Salat so weite Wege gehen“, zeigt sich ein 74-jähriger Mieter empört.

Laut Volkan Baran sind auch die übrigen Gewerbetreibenden rund um den Borsigplatz besorgt um ihre Zukunft: „Der Edeka-Markt war eine Schlüsselimmobilie, die auch für Kundenfrequenz bei den umliegenden Geschäften sorgte.“

Edeka-Aus durch Abstimmung mit Füßen

Edeka wird sich jedenfalls am Borsigplatz nicht noch einmal engagieren. Stephan Steves, Geschäftsführer von Edeka Rhein-Ruhr: „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber die Leute haben mit den Füßen abgestimmt und offenbar woanders eingekauft.“ Auch neue Konzepte seien erfolglos geblieben.

Gefordert wird nun, dass sich sowohl der Vermieter der Immobilie am Borsigplatz 5 als auch das Quartiersmanagement und die Wirtschaftsförderung dafür stark machen, hier wieder einen Verbrauchermarkt mit Vollsortiment anzusiedeln. „Das letzte, was wir hier brauchen, sind zusätzliche Wettbüros, Spielhallen oder Internetcafés“, betont Volkan Baran.

Drogenhandel als weiteres Problem

Große Aufregung herrscht unter den Gewerbetreibenden im Borsigplatzquartier derzeit auch wegen des Drogenhandels, der sich rund um den Platz ausbreite, wie der SPD-Ratskandidat berichtet. Ungeniert werde gedealt, nicht nur in Spielhallen oder Internetcafés auch direkt auf der Straße. „Bei Rotphasen der Ampel kann man beobachten, wie 50-Euro-Scheine und kleine Päckchen durchs Autofenster die Besitzer wechseln“, schimpft Baran. Er kritisiert, dass die Polizei zu wenig gegen diesen schwunghaften Drogenhandel tut.

Ein Vorwurf, den die Polizei-Pressestelle energisch zurückweist. „Wir sind in dem Bereich schon lange unterwegs“, so Manfred Radecke. „Wenn man aber nachhaltig etwas erreichen will, muss man an die Drahtzieher heran.“ Was häufig fehlen würde, seien Zeugenaussagen, die vor Gericht verwertbar sind. Man sei für jeden Hinweis dankbar, entweder über den Kriminaldauerdienst, Rufnummer 132 74 41, oder den Notruf.