Anwohner an der Westfalenhalle wollen laute Events verhindern

Stein des Anstoßes: Der große Parkplatz E2 (links hinten) an der Victor-Toyka-Straße.
Stein des Anstoßes: Der große Parkplatz E2 (links hinten) an der Victor-Toyka-Straße.
Foto: Hans Blossey
Lärm am Phoenix-See — noch mehr Lärm an der Westfalenhalle: Anwohner wollen Großveranstaltungen auf dem großen Parkplatz E2 verhindern. Auslöser der Lärm-Debatte war das Ramadan-Festival "Festi Ramazan". Aber auch andere Veranstaltungen bereiten großen Ärger.

Dortmund. Nach dem Ärger am Phoenix-See bekommt Dortmund die nächste Lärm-Debatte. Anwohner einer über 50 Jahre alten Siedlung in Dortmunds Innenstadt wollen Großveranstaltungen auf dem Parkplatz E 2 an den Westfalenhallen verhindern. Im Zentrum der Kritik: Das Ramadan-Festival "Festi Ramazan".

Vor einer Woche hatte unsere Redaktion über Autorennen, Randale und Müll am See in Hörde berichtet. Immer mehr Bürger klagen nun über Akustik-Strapazen zur Schlafenszeit.

Bühnenprogramme auf dem SBB-Parkplatz an der Victor-Toyka-Straße neben der B 54 rauben Anwohnern der Joseph-Scherer-Straße und der Brünninghauser Straße den letzten Nerv. "Wir kommen nicht mehr zur Ruhe", stellen Dr. Birgit Hossenfelder und Katja Dahlberg fest.

Seit Jahren kein ruhiges Weihnachten mehr

Sie wohnen einige Hundert Meter von dem Parkplatz entfernt und berichten im Kreis ihrer Nachbarn über durchwachte Nächte. Seit Jahren sei wegen der lauten Rockmusik des Circus' "Flic Flac" an ein gesegnetes Weihnachtsfest nicht mehr zu denken.

Im Juni habe Rewe sein 100-jähriges Bestehen bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Eine Woche später soll die Katholische Krankenhaus-Gesellschaft mit einem Betriebsfest nachgelegt haben.

Lärm bis 3 Uhr beim "Festi Ramazan"

Das türkische "Festi Ramazan" (immerhin Deutschlands größtes Ramadan-Festival) im Juli und August habe das Fass dann zum Überlaufen gebracht: "30 Nächte lang war vor 3 Uhr an Schlaf nicht zu denken - und in der Woche musste ich morgens um 6 zur Arbeit", klagt eine Nachbarin.

Im Internet hatte der "Festi Ramazan"-Veranstalter für das Feiern im muslimischen Fastenmonat bis 2.30 Uhr in der Nacht geworben. Tatsächlich, so die Kritik der Anwohner, sei der Lärm noch viel länger zu hören gewesen. Veranstalter Eyyüp Dokuz bestreitet das: "Ja, wir waren sicher bis 3 Uhr vor Ort. Aber nur an den ersten drei Tagen hat es laute Konzerte gegeben. Dann war es eher ruhig, denn wir haben etliche Maßnahmen getroffen."

Stadt hält Parkplatz für idealen Standort

Die Stadt hatte die Festival-Organisatoren an fünf Terminen von der gesetzlichen Nachtruhe ab 22 Uhr befreit und Sondergenehmigungen mit Auflagen erteilt. Grundlage dafür war ein zuvor erstelltes Gutachten. Laut Stadtsprecher Frank Bußmann habe das "Festi Ramazan" seinen Spielraum aber nicht voll ausgeschöpft.

Das Festival war zuletzt 2012 am Festplatz an der Eberstraße in der Nordstadt über die Bühne gegangen. Auch dort häuften sich die Klagen über Lärm. Ein Umzug auf den Parkplatz E2 erschien den Veranstaltern und der Stadt ideal. Große Flächen fürs Feiern und genug Parkplätze, dazu kaum Anwohner in der Nähe.

Doch genau die begehren jetzt auf. Sie befürchten, dass der Parkplatz-Betreiber SBB die Fläche am Remydamm zu einem Freiluft-Veranstaltungszentrum ausbaue. "Wir vermarkten die Fläche nicht aktiv, sondern reagieren auf Anfragen", stellt SBB-Geschäftsführer Simon Kinz klar. Allerdings lenkt er auch ein: "Ich kann die Beschwerden nachvollziehen. Wir müssen mit den Anwohnern reden."

Der Streit geht weiter

Geht es nach den Veranstaltern, feiern sie den Fastenmonat dort auch 2014. Die Anwohner fordern in einem Schreiben an die Stadt "keine weiteren Genehmigungen, insbesondere keine Ausnahmegenehmigungen für lärmintensive Festivals."

Damit ist das Thema Lärm noch nicht vom Tisch.

 
 

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