Antifa kritisiert „fragwürdige“ Straßennamen

Mit der Broschüre „Wegweiser in die Vergangenheit - Fragwürdige Straßennamen in Dortmund“ möchte die Antifaschistische Union Dortmund eine Anregung schaffen, sich mit der geschichtspolitischen Bedeutung von Straßennamen auseinanderzusetzen und die jeweiligen Benennungen kritisch zu hinterfragen. Foto: Franz Luthe
Mit der Broschüre „Wegweiser in die Vergangenheit - Fragwürdige Straßennamen in Dortmund“ möchte die Antifaschistische Union Dortmund eine Anregung schaffen, sich mit der geschichtspolitischen Bedeutung von Straßennamen auseinanderzusetzen und die jeweiligen Benennungen kritisch zu hinterfragen. Foto: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund..  Mit der Broschüre „Wegweiser in die Vergangenheit – Fragwürdige Straßennamen in Dortmund“ möchte die Antifaschistische Union Dortmund eine Anregung schaffen, sich mit der geschichtspolitischen Bedeutung von Straßennamen auseinanderzusetzen und die jeweiligen Benennungen kritisch zu hinterfragen.

In der 36 Seiten umfassenden Arbeit möchten die Herausgeber anhand einiger Beispiele veranschaulichen, welche soziohistorischen und politischen Umstände bei der Straßenbenennung eine Rolle spielen bzw. gespielt haben. Zudem will man der Frage nachgehen, inwiefern die Umbenennung einer Straße mit fragwürdigem Erinnerungsinhalt sinnvoll ist.

Fragwürdige Persönlichkeiten

„Im Vordergrund unserer Analyse stehen unter anderem solche Straßennamen, die fragwürdigen Persönlichkeiten gewidmet sind oder an historische Ereignisse erinnern, die mittlerweile als untragbar gelten“, erklärt Kerstin Wiedemann, Pressesprecherin der Antifaschistischen Union Dortmund. Zwar wurden nach 1945 solche Straßen, deren Namen in direkter Verbindung mit dem Nationalsozialismus standen, umbenannt, jedoch gibt es weiterhin Benennungen, die auf Wegbereiter, Täter oder Organisationen dieser Zeit hinweisen.

Es sei nicht hinzunehmen, dass das Stadtbild bis heute geprägt ist von Straßennamen, die Persönlichkeiten ehren, die als ideologische Vorreiter von Krieg und Nationalsozialismus gelten. Wiedemann fordert des Weiteren, dass die Stadt eine Experten-Kommission einberuft, die die Dortmunder Straßen nach fragwürdigen Erinnerungsinhalten und auf ihre heutige politische Tragfähigkeit untersucht. In anderen Städten, wie Münster, sei dies erfolgreich umgesetzt worden. Es geht u.a. um folgende Straßen: Castellestraße, Yorckstraße, Feldherrn- oder Gneisenaustraße. Die Broschüre gibt es kostenlos unter: http://antifaunion.blogsport.de/images/WegweiserInDieVergangenheit.pdf

 
 

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