"Antifa-Camp" bricht Gespräch mit Polizei Dortmund ab

Auch die Polizei erkennt das geplante Antifa-Camp in Dortmund-Dorstfeld nicht an.
Auch die Polizei erkennt das geplante Antifa-Camp in Dortmund-Dorstfeld nicht an.
Foto: WNM
Der Streit um das geplante Antifa-Camp in Dorstfeld geht in die nächste Runde. Die Polizei Dortmund hat ihre Ansicht bekräftigt, das Zeltlager nicht als politische Veranstaltung anzuerkennen. Daraufhin brachen die Veranstalter das Vermittlungsgespräch ab - und erheben nun ihrerseits neue Vorwürfe.

Dortmund. Die Verantwortlichen des Antifa-Camps, das ab dem 24. August in Dorstfeld als Protest gegen die Nazi-Demo am 1. September stattfinden soll, haben das gestrige Kooperationsgespräch mit der Polizei nach dreißig Minuten abgebrochen. Sie warten nun auf einen „klagefähigen Bescheid“.

Die Polizei hatte deutlich gemacht, dass sie im gesamten Camp keine Versammlung sehe, gleichwohl in einzelnen Punkten. Man sei, so Ingolf Möhring, stv. Polizeipräsident, nach Prüfung der einzelnen Punkte auch bereit gewesen, Versammlungen zu genehmigen. Allerdings erkenne man das gesamte Dauercamp mit einem bunten Strauß an Aktionen nicht als durchgängige Versammlung an.

Mietvertrag wurde aufgelöst

Wie jetzt bekannt wurde, hatten die Verantwortlichen bereits einen Mietvertrag mit dem Revierpark Wischlingen abgeschlossen. Als diese jedoch nach Gesprächen mit der Polizei zu dem Ergebnis kamen, dass es durchaus zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen könnte, hat man den Vertrag wieder aufgelöst. Daraufhin waren die „Camper“ zur Polizei gezogen und hatten versucht, das Camp als politische Versammlung anzumelden. Nun soll das Ganze im Schulte-Witten-Park stattfinden.

Die Antifa sieht die Sachlage allerdings anders. In einer neuen Stellungnahme erklärten sie, die Polizei habe ihnen geraten, einen privaten Vermieter für eine geeignete Camp-Fläche zu suchen. Allerdings habe die Polizei mit ihren Gesprächen in Wischlingen genau diese Bemühungen bereits torpediert. Die linken Veranstalter bezeichnen dieses Vorgehen als "perfide".

Es soll eine friedliche Aktion werden, so der Tenor der Antifa. Die Stadt mag das nicht so recht glauben und wird das Antifa-Camp nicht unterstützen. Es sei unübersichtlich, welche Organisationen und Gruppierungen oder auch Einzelpersonen an der Veranstaltung teilnehmen würden. Vorfälle im Stadtteil seien nicht auszuschließen, heißt es.

 
 

EURE FAVORITEN