Am Hafen in Dortmund steigt Freitag in der „Hafenliebe“ die erste Party

Gregor Beushausen
Projekt Hafenliebe: Inhaber Axel Schauerte und Geschäftsführer Andre Rother. Foto: Ralf Rottmann
Projekt Hafenliebe: Inhaber Axel Schauerte und Geschäftsführer Andre Rother. Foto: Ralf Rottmann
Foto: WR-Ralf Rottmann

Dortmund. Nach der Pleite mit den Möchte-Gern-Investoren Lang und Leutner nimmt die Stadt Dortmund einen neuen Anlauf, dem Hafen Flair und Leben einzuhauchen: Zwar bleibt die Strandbar Solendo vorerst dicht. Dafür nimmt die „Hafenliebe“ auf der anderen Seite unterhalb des Hafenamtes Freitag den Partybetrieb auf. Auch Gastronom Oliver Buschmann (früherer Betreiber von Solendo und Live-Station) will im Juni vor Anker gehen.

Mit hochfliegenden Plänen für die „Docklands Dortmund“ waren Lang und Leutner an den Start gegangen, als sie 2001 den Zuschlag für die zur Wasserseite liegenden Gebäude der Speicherstraße bekommen hatten. Ihrer Ankündigung, „30 bis 40 Mio. Euro“ in die Entwicklung zu einer Gastro- und Amüsiermeile investieren zu wollen, haben die beiden freilich keine Taten folgen lassen.

Mittlerweile hat die Stadt die Verträge rückabgewickelt und sich die Aufbauten (bis auf das als Lager genutzte Gebäude rechts vom Solendo) zurückübertragen lassen. Auch das Tauziehen ums Solendo ist noch nicht beendet: Zur Verblüffung der Liegenschaftler hat Lang die Kopie eines Mietvertrages vorgelegt, nach dem die früher von ihm betriebene „LL Verwaltungs GmbH“ einen Untervertrag mit dem „Einzelunternehmer Lang“ abgeschlossen haben soll.

Dessen ungeachtet eröffnet Gastronom Axel Schauerte (Cafe Max, Boomerang), nach vergeblichen Anläufen 2008 am Freitag im Rhenus-Speicher zu Füßen des Hafenamtes seine „Hafenliebe“ - einen Gastronomie- und Kulturbetrieb mit Party-Halle, der um Biergarten, VIP-Raum und „einen Dachgarten in Schiffsoptik“ ergänzt werden soll. Mit einem Drei-Tage-Programm, bei dem Bands wie „Kings Tonic“ und „Hammerschlag“ auftreten, stimmt Schauerte seine Gäste auf die Location ein. Oliver Buschmann will im Juni gleichziehen und Bar- und Clubatmosphäre ans Ostufer des Schmiedinghafens bringen - spart sich die Pläne aber noch als Überraschungscoup auf.

Die Stadt-Oberen wollen die zarte Aufbruchstimmung nutzen. Ihr Werben um den Münsteraner Hafen-Investor Josef Kuhr freilich, der sich 2001 ebenfalls um die Speicher beworben hatte, ist fehlgeschlagen: Kuhr will nicht mehr. Wirtschaftsförderer Udo Mager, der die Federführung übernommen hat, schwebt eine „behutsame Entwicklung“ vor, die sich weniger auf die am Wasser liegenden Speicher richtet, sondern auf die hintere Zeile zur Lagerhausstraße. Immerhin gehe es auch um rund 200 Arbeitsplätze, gibt Mager zu bedenken. Die meisten Bauten sind in trostlosem Zustand, werden aber von Kleinst-Betrieben genutzt und sorgen so für Mieteinnahmen.

Rainer Pubanz, Prokurist der Hafen AG, sieht zwar die Möglichkeit, Pächter umzusiedeln. „Aber dann stellt sich eben die Frage, wer das bezahlen soll.“