Altes Lehrer-Domizil an der Lindemannstraße wird abgerissen

So könnte - nach einer ersten Skizze der Architekten der Innenhof des Neubaus Lindemannstraße 6 bis 8 aussehen. Die Parkplätze verschwinden unter der Erde in einer Tiefgarage.
So könnte - nach einer ersten Skizze der Architekten der Innenhof des Neubaus Lindemannstraße 6 bis 8 aussehen. Die Parkplätze verschwinden unter der Erde in einer Tiefgarage.
Foto: WAZ

Dortmund. Lange stand es leer. Nun soll es abgerissen werden: Das Gebäude Lindemannstraße 6-8, das einst der Hochschule für Lehrerbildung bzw. der Pädagogischen Hochschule Ruhr und später dem Studienseminar als Domizil diente. Stattdessen soll ein Wohn- und Geschäftshaus neu gebaut werden - mit einem großen Gastronomiebetrieb im Erdgeschoss.

Noch sind weder Abriss noch Neubau beantragt. Doch das dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Erste Planungen des Architektenbüros „greeen! architects“ aus Düsseldorf sehen vor, rund 70 Wohnungen (je 60 bis 140 Quadratmeter groß) zu bauen. Der Parkplatz (80 Plätze im Hof) soll zurückgebaut werden.

Stattdessen soll ein Park - mit Erhalt vorhandener älterer Bäume - entstehen. Für die Autos der Bewohner sei eine Tiefgarage geplant. Die Straßenfront (85 Meter) des Grundstücks solle komplett durch den neuen Baukörper geschlossen werden, so die Architekten. Noch klafft eine Lücke zum Nebenhaus an der Gebäude-Nordseite.

Die ersten Fassadenentwürfe für den Neubau sehen wurden bereits dem Gestaltungsbeirat vorgestellt. Dieser wertete die Entwürfe für die Fassade und den Baukörper als „zu monolithisch“ und er stieß sich an der angestrebten Zahl der Etagen.

Eindeutig zu hoch

Vier Vollgeschosse überm Erdgeschoss, dazu ein Dach- und ein Studiogeschoss wollen „greeen! architects“ realisieren. Sieben Etagen, das sei zu hoch, so der Gestaltungsbeirat. Für den Investor bedeutet der Verzicht auf Etagen, automatisch eine Reduzierung der Wohnungszahl (rund ein Dutzend pro Etage) und damit auch des Investitionsertrags.

Für die im Erdgeschoss angedachte Gastronomie, die rund zwei Drittel der knapp 1500 qm Bruttogeschossfläche einnehmen könnte, hat der Investor offenbar schon einen Partner in der Hinterhand: Auf den Planskizzen, die dem Gestaltungsbeirat vorlagen steht „Vapiano“ überm Gastro-Eingang. Das sei kein Zufall, erfuhren die Mitglieder des Gestaltungsbeirats bei der ersten Präsentation des Vorhabens.

Ende 2011 war das 5176 Quadratmeter große Grundstück mit dem 1907 errichteten Gebäude vom Land verkauft worden, wie Dr. Hartmut Gustmann, Pressesprecher des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) NRW auf Anfrage der WAZ bestätigte. Zum Kaufpreis macht das BLB keine Angaben. Als Vorhabenträger tritt nun die Albert Sevinc Planen und Bauen GmbH aus Düsseldorf für das Vorhaben an.

 
 

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