Alte Bilder liefern neue Einblicke

Foto: WR

Es sind Bilder, wie es sie bisher nicht im Archiv gibt: Werksansichten von Hoesch aus dem 19. Jahrhundert sowie Namen und Fotos aller leitenden Angestellten des aufstrebenden Unternehmens in der Nordstadt - anno 1896.

Den „Familienschatz” übergab Ursula Ritter, Tochter von Günter und Anneliese Jucho, jetzt dem Westfälischen Wirtschaftsarchiv in Dortmund. Dabei handelt es sich um ein in Leder gebundenes Fotoalbum, das die „Beamten des Eisen- und Stahlwerks Hoesch ihrem verehrten Chef, Herrn Consul Albert Hoesch" im 1896 zum 25-jährigen Bestehen von Hoesch überreichten.

Als leitende Mitarbeiter noch „Beamte” hießen

Der mit dem Wappen der Familie Hoesch geschmückte Prachtband enthält 108 meist noch unbekannte Originalfotografien mit frühen Ansichten der Werksanlagen und der ersten Führungscrew von Hoesch. „Das macht den Band historisch besonders wertvoll. Bislang waren nicht einmal alle Namen bekannt, jetzt besitzen wir sogar Portraitfotos jener Männer, die hinter Albert Hoesch standen und maßgeblich am Aufstieg der Firma beteiligt waren”, freut sich WWA-Direktor Dr. Karl-Peter Ellerbrock.

Ein wichtiger Forschungsansatz für die Archivare. „Mit diesen Namen können wir in unseren Akten recherchieren.” Unter anderem findet sich ein frühes Foto von Friedrich Springorum, der nach dem Tod von Albert Hoesch über drei Jahrzehnte im Vorstand und im Aufsichtsrat die Geschicke des Konzerns leiten sollte.

1896 - ein wichtiges Wendejahr für Hoesch

Das Jahr 1896 markiert ein wichtiges Wendejahr. Zwischen 1871 und 1896 wurde das Unternehmen von einem reinen Bessemerstahlwerk zu einem voll integrierten Hüttenwerk von internationalem Rang ausgebaut, das auf modernstem technologischem Niveau von der Kohlen- und Erzversorgung bis hin zur Weiterverarbeitung in den Walzwerken und im Stahlbau alle Produktionsstufen umfasste.

Album aus Jucho-Erbe

Das Album stammt aus dem Besitz der Familie Jucho. Hilde Hoesch (1888-1973), Tochter von Albert Hoesch, heiratete 1907 Heinrich Jucho, der ein Jahr zuvor die Leitung der 1877 gegr. Stahlbaufirma C. H. Jucho übernommen hatte und zwischen 1924 und 1932 als Präsident an der Spitze der Dortmunder Industrie- und Handelskammer stand. „Großmutter nannte das Album immer ehrfurchtsvoll die Hoesch-Bibel”, erinnert sich Ursula Ritter, die es im Nachlass ihrer Mutter Anneliese Jucho entdeckt hat, die im Oktober letzten Jahres im Alter von 89 Jahren verstorben ist. Die Geschwistergemeinschaft Ursula Ritter geb. Jucho, Angelika Frömming geb. Jucho und Günter Jucho übergab diesen Schatz dem Westfälischen Wirtschaftsarchiv.

 
 

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