Als Dortmund noch Hauptsitz des DFB war

Foto: WR

Dortmund. Was kaum jemand weiß: Vor 100 Jahren war Dortmund Hauptsitz des Deutschen Fußball-Bundes. Aber schon 1916 wurde Die DFB-Zentrale ein Ofer des Krieges. Von der Dortmunder Gutenbergstraße wurde sie nach Frankfurt verlegt - weil Geschäftsführer Walter Sanß an die Front musste.

Die Geschäftsstelle des Deutschen Fußball Bundes (DFB) steht heute in der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt. Nur wenige wissen, dass der allererste DFB-Hauptsitz vor genau 100 Jahren in der Gutenbergstraße entstand und Dortmund dadurch für mehrere Jahre der Nabel der DFB-Welt war.

„Ich stelle Einstimmigkeit fest! Damit ist die Einrichtung einer DFB-Geschäftsstelle mit dem hauptamtlichen Geschäftsführer Walter Sanß beschlossene Sache.” DFB-Präsident Hinze war sichtlich zufrieden. Bereits im Vorfeld des 15. DFB-Bundestages, der am 14. und 15. Mai 1910 in Köln stattfand, hatte man die Weichen für diese wichtige Entscheidung gestellt. Insbesondere der Süddeutsche Verband musste eingenordet werden.

Mehr Schriftkram als erwartet

Er war zunächst nicht davon überzeugt, dass die Verwaltungsaufgaben des DFB so umfangreich geworden waren, dass der ehrenamtliche Schriftführer Walter Sanß jetzt in Dortmund ein offizielles DFB-Büro unterhalten müsste und gleichzeitig auch noch hauptamtlich anzustellen sei. Hinzes Argumente allerdings waren überzeugend. Immerhin hatte Sanß mittlerweile jährlich mehr als 2000 Schriftstücke zu bearbeiten.

Die Historiker Daniel Küchenmeister und Dr. Thomas Schneider, die sich seit Jahren mit der frühen Zeit des Deutschen Fußballs beschäftigen, meinen dazu: „In den zehn Jahren seit seiner Gründung hatte der DFB an der Verankerung des Fußballs in Deutschland gearbeitet. Er war als Dachverband eines aufblühenden Sports und als selbstbewusste gesellschaftliche Interessenvertretung etabliert. Deutschen Meisterschaften, Nationalmannschaft und ein Länder-Pokalwettbewerb all dies war zwischen 1903 und 1909 eingeführt worden und mussten geplant, organisiert und abgewickelt werden. Das ging nicht mehr ehrenamtlich! Der DFB wurde zunehmend professioneller.”

Geschäftsstelle ein Opfer des Krieges

Damit hatte Walter Sanß, rückblickend der wichtigste und einflussreichste Dortmunder Fußballpionier, eines seiner zentralen Ziele erreicht. Der DFB hatte seinen offiziellen Sitz nach Dortmund verlegt, Sanß konnte ab sofort in seinem Haus in der Gutenbergstraße 43 die DFB-Geschäftsstelle eröffnen und von hier aus die Geschicke des soeben zehn Jahre alt gewordenen Verbandes hauptamtlich lenken. Der Sitz des DFB befand sich mehrere Jahre in Dortmund. Neben der Gutenbergstraße weisen die DFB-Jahrbücher als Folgeadressen den Neuer Graben 75 sowie die Märkische Straße 50 aus.

Ende 1914 wurde Walter Sanß zu den Waffen gerufen und musste in den 1. Weltkrieg ziehen. Die Geschäftsstelle wurde durch Sanß’ Abwesenheit ein Opfer des Krieges und verwaiste. Der DFB verlegte sie deshalb 1916 nach Köln.

 
 

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