Alles Banane auf Phoenix West für "transindustriale"

Foto: WR

Dortmund. Alles Banane auf Phoenix West: Am Wochenende eröffnet auf dem Gelände in Dortmund-Hörde das Parkfestival „transindustriale” - und auch das dazugehörige gelbe Früchtchen von Künstler Thomas Baumgärtel rutscht in die Realität.

Ende Mai soll das 30 Meter lange, fruchtige Ausrufezeichen auf dem Hochofen V des Ex-Stahlwerks prangen.

Die „transindustriale” ist so nah an der Wirklichkeit des Ruhrgebiets wie wenige andere Kulturhauptstadt-Projekte: Das Festival sucht den Wandel von der Schwerindustrie zu einer Region der Kultur und Natur greifbar zu machen - und erobert von Mai bis Oktober mit Musik, Kunst und Tanz Stätten wie den Hoesch-Park oder den noch entstehenden Phoenix-Park.

Zwei Jahre Programm-Vorbereitung

Gut zwei Jahre haben Rosemarie Pahlke, städtische Kulturhauptstadt-Beauftragte in Sachen Kunst, und Projektleiter Paul Baranowski das Programm vorbereitet. Die größte Arbeit dürfte ihnen die Riesenbanane von Thomas Baumgärtel gemacht haben: Nach vielen Rückschlägen verkündete der Künstler gestern, dass der Bauantrag mündlich genehmigt sei. Zwar fehle ihm noch ein Drittel der privat finanzierten 300 000 Euro Kosten.

Baumgärtel aber ist beschwingt. Durch die Unterstützung von bislang 60 Paten. Den gespendeten Stahl von Thyssen Krupp. Und die gesponserten 350 Kilo Lack für das leuchtende Gelb. Allein der Denkmalschutz, der jegliches Bohren, Schrauben, Schweißen am Hochofen verbietet, bereitet ihm noch Kopfzerbrechen. Trotzdem sind sowohl Baumgärtel als auch Kämmerer und Kulturdezernent Jörg Stüdemann optimistisch, dass die Banane Ende Mai über Dortmund strahlt.

Suche nach "würdigem Ausstellungsort"

Und, so der Wunsch Baumgärtels, auch in der Stadt bleibt – beispielsweise am U-Turm. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir bei dem Volumen des Kunstwerks und der wahnwitzigen Arbeit im Anschluss einen würdigen Ausstellungsort finden”, bestätigte Stüdemann. Längst festgezurrt ist unterdes die große Eröffnungsfeier der „transindustriale”: Am 8. Mai ab 18 Uhr gibt es Musik vom Wolf, Mambo Kurt und lokalen Helden mitsamt Riesenrad für Metropolengefühle - gekrönt durch die mit Feuer, Licht und Live-Musik arbeitende Inszenierung des Hochofens durch das renommierte Forum InterArt. Der 9. Mai gehört ab 11 Uhr den Familien, Hörder Vereinen und Künstlern. Der Eintritt ist an beiden Tagen frei.

Jenseits dessen bietet die „transindustriale” DJ-Picknicks - etwa mit Klaus Fiehe und dem Team von Peter Fox -, Open-Air-Tanzerlebnisse, Kunst und Entspannungs-Schnupperstunden. Mehr unter: www.transindustriale.dortmund.de

Fotomontage: Franz Luthe

 

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