Alarm im Krankenhaus

Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund. Die Medizin hat mit vielen Fußangeln zu kämpfen: Enormer Kostendruck, auf die Bremse tretende Krankenkassen und leere öffentliche Kassen - und nun auch verschärfte Personalengpässe.

Wenn Krankenhausleitungen selbst in Großstädten schon die Alarmglocken läuten, dass sie keine Fachärzte mehr bekommen, zeigt das die bedrohliche Situation für das Gesundheitswesen. Die Abrechnung nach Fallpauschalen hat genau den Druck in den Krankenhäusern erzeugt, der erwartet worden war. In den Häusern hat heute nicht mehr der Chefarzt das sagen, sondern der Controller, der die Kosten drücken soll. Dass das aufs Betriebsklima drückt, ist klar. Gleichzeitig ist die Schlagzahl bis ins Unerträgliche erhöht worden. Mehr Neuzugänge, mehr Operierte auf den Tischen in weniger Zeit bei knapper Liegezeiten.

Die Zeiten, in denen zwischen Personal und Patienten ein persönliches Wort des Trostes oder der Zuwendung gewechselt werden konnte, ist vorbei. Der Frust sitzt gerade bei Beschäftigten im Krankenhaus tief.

Kein Wunder, dass ein Mediziner die Gelegenheit beim Schopfe fasst und die Tretmühle im Klinikbetrieb gegen einen lukrativen Job im Management oder in der Industrie tauscht. Wer um die Gunst des Nachwuchses ringt, muss den Beruf wieder attraktiv machen. Wenn dies nicht bald gelingt, ist der hohe Medizin-Standard ernsthaft in Gefahr.

 
 

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