Ajax-Anhänger randalieren vor BVB-Spiel in Stadtbahnen - 50 Hooligans festgenommen

Die Polizei beobachtet die Fans von Ajax Amsterdam in der Dortmunder Innenstadt vor dem Champions-League-Spiel gegen den BVB.
Die Polizei beobachtet die Fans von Ajax Amsterdam in der Dortmunder Innenstadt vor dem Champions-League-Spiel gegen den BVB.
Randale schon vor Spielbeginn: Bis kurz vor Anpfiff der Champions-League-Begegnung BVB - Ajax Amsterdam meldete die Polizei rund 50 Festnahmen - unter anderem, weil Hooligans in Stadtbahnwagen randaliert haben. Ein Zug war nicht mehr fahrbereit.

Dortmund.. Trotz der Randale in der Dortmunder Innenstadt vor dem Champions-League-Spiel des BVB gegen Ajax Amsterdam (1:0) hat die Polizei eine "überwiegend positive" Bilanz gezogen. "Wir haben die Dortmunder Bevölkerung und den Großteil der friedlichen Fans aus den Niederlanden sicher über den Tag und auch bis zum Stadion begleitet", sagte Polizeieinsatzleiter Michael Stein. Auch der Abmarsch der Fußballfans vom Stadion nach Spielende sei weitgehend störungsfrei verlaufen.

Trotzdem hatten die Einsatzkräfte vor der dem Anpfiff alle Hände voll zu tun: 50 sogenannte "Fans" mussten in Gewahrsam genommen werden, in der Innenstadt wurden zahlreiche Platzverweise ausgesprochen. Zudem beschädigten Randalierer eine Stadtbahn so stark, dass sie nicht mehr weiterfahren konnte. An einer anderen Bahn warfen sie eine Scheibe ein. Der genaue Sachschaden konnte auch am Mittwochmorgen noch nicht beziffert werden.

"Trotz intensiver Bemühungen im Vorfeld und während des heutigen Tages waren die Krawallmacher nicht bereit, den polizeilichen Anweisungen zu folgen", so Einsatzleiter Stein weiter. "Unter Fußballfans verstehe ich etwas anderes." Schon im Vorfeld der Partie hatte es Angst vor Ausschreitungen gegeben.

Polizei begleitet Fanmärsche zum Stadion

Zuvor hatten sich bis zu 1500 Ajax-Anhänger auf dem Alten Markt getroffen und im Vorfeld der Begegnung überwiegend friedlich gefeiert. Auch die von der Stadt organisierte "Welkom Party" wurde besucht.

Wie die Polizei weiter mitteilt, konnten die von einigen Fangruppierungen angekündigten sogenannten "Fanmärsche" in Richtung Stadion "durch konsequentes Ansprechen und Bereitstellen von Alternativen (z. B. ÖPNV)" überwiegend verhindert werden. Es habe zwei größere Gruppen gegeben, die zu Fuß in Richtung Signal Iduna Park liefen. Die erste Gruppe mit ca. 500 Fans sei von starken Polizeikräften von der Haltestelle Reinoldikirche begleitet worden, weil die bereitgestellte U-Bahn beschädigt wurde und nicht mehr fahrbereit war.

Ordnerdienst wurde von Einsatzkräften unterstützt

Eine weitere Gruppe, die sich aus mehreren Kleingruppen zusammenfand, sei zunächst auf etwa 150 Personen angewachsen. Auf ihrem Weg hätten sich jedoch immer wieder Kleingruppen dazu gesellt, so dass letztendlich knapp 600 Fans von der Polizei begleitet werden mussten. Der Ordnerdienst des Stadions musste bei Eintreffen dieser größeren Fangruppierung kurzfristig von der Polizei unterstützt werden. Im Stadion blieb es während des Spiels friedlich.

Lesen Sie auf der nächsten Seite die Ereignisse des Abends in unserer Chronik nach:

Randale vor dem Spiel BVB gegen Ajax Amsterdam - Die Ereignisse in der Chronik

Update 19 Uhr: Die "Welkom-Party" ist beendet — die niederländischen Fans haben sich aus der Innenstadt zum Stadion aufgemacht. Die Polizei leitete die Gruppen per Lautsprecher Richtung U-Bahn Reinoldikirche. Die Mehrzahl der Fans nutzte die Sonder-Bahnen auch. Aber ein paar Randalierer beschädigten vier Bahn so erheblich, dass sie nicht mehr fahrbereit war und stehen bleiben musste. Offenbar wurden die Scheiben zertrümmert. 30 Krawallmacher wurden wegen Sachbeschädigung und Pyrotechnik festgenommen. Damit liegt die Zahl der "Ingewahrsamnahmen" bei 47. Die restlichen Ajax-Fans wurden zu Fuß von der Polizei an die Strobelallee geleitet.

Update 18 Uhr: Inzwischen wird's hölländisch laut in der Innenstadt. Die Ajax-Fans haben nicht nur den Markt in Beschlag genommen, sondern auch den Europabrunnen am Stadtgarten "eingeseift". Die Polizei hat, uiuiui, sogar schon einen Fußball konfisziert... Weitere Festnahmen gab es bislang aber laut Polizei nicht. Vorhin musste die Polizei allerdings zum Lautsprecher greifen und die Fans — auf Holländisch und Deutsch — bitten, keine weitere Pyrotechnik mehr zu zünden. So langsam ziehen die Fans aber sowieso zum Stadion ab.

Update 15 Uhr: Die Innenstadt füllt sich mit Fans, vorwiegend von Ajax Amsterdam. Etwa 1500 Gäste haben ihre Tickets abgeholt — 300 feiern bei der "Welkom Party" an der Reinoldikirche. Der Anreiseverkehr läuft laut Polizei unvermindert weiter, zumeist per Pkw und Reisebus. Kurz nach der Festnahme der Rädelsführer (s. 13.40 Uhr) wurden 15 weitere potentielle niederländische Krawallmacher in der Nähe des Alten Markts erkannt, kontrolliert und ebenfalls zur Verhinderung von Straftaten in Gewahrsam genommen. Derzeit ist die Lage in der Innenstadt friedlich.

Update 13.40 Uhr: Die Polizei hat zwei niederländische Hooligans in der Innenstadt festgenommen. Sie waren als Rädelsführer erkannt und laut Polizei "zur Abwehr von Straftaten" in Gewahrsam genommen worden. Bei ihrer Arbeit werden die Dortmunder Beamten von niederländischen Kollegen unterstützt, die die Szene gut kennen.

12 Uhr: Einen ersten nennenwerten Vorfall gab es allerdings schon am Montagabend: Gegen 19.30 Uhr stoppte die Polizei einen niederländischen Reisebus auf der A3 bei Hünxe. Die Reisenden, 24 polizeibekannte Ajax-Fans aus den Niederlanden, wollten die Grenzkontrollen über Landstraßen und Umwege umgehen und sich so nach Dortmund zu „schmuggeln“. Im Bus fanden die Beamten Schlagschutzhandschuhe und Drogen. Beides konnte keiner bestimmten Person zugeordnet werden – beides wurde sichergestellt. Nach der Überprüfung der Personalien durfte der Bus samt Gästen weiterfahren. In Dortmund angekommen suchten die Fußballfans ihre Hotels und Hostels auf. Der Abend und der Dienstagvormittag verliefen bisher laut Polizei friedlich.

Unterdessen hat auf dem Platz vor der Reinoldikirche in der Dortmunder Fußgängerzone die „Welkom Party“ der Stadt Dortmund begonnen. Der Platz füllt sich allmählich mit niederländischen Fans. Außerdem stellt die Polizei auf den Autobahnen in und rund um Dortmund starken Anreiseverkehr aus den Niederlanden fest. (we)

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