Abriss des Hotels Bender verzögert sich weiter

. Foto: Horst Müller
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Foto: WAZ FotoPool

Dortmund. Seine Glanzzeit hat das Hotel Bender lange hinter sich. Seit Ewigkeiten steht das marode Haus leer und wartet auf seinen Abriss. Doch darum gibt es ein langwieriges Hin und Her zwischen dem Bauunternehmer und der Deutschen Bahn.

„Ich könnte direkt mit dem Abriss beginnen, doch die Bahn wirft mir Knüppel in den Weg“, meint der Aplerbecker Unternehmer Wolfgang Froese. Die Bahn wiederum spielt den Schwarzen Peter zurück: „Herr Froese soll zunächst ein vernünftiges Konzept vorlegen“, so Bahnsprecher Manfred Ziegerath. „Wir wissen gar nicht, wie er das Gebäude eigentlich abreißen will.“

Bereits Anfang September waren die Tage des Hotels Bender gezählt. „Ein Schandfleck verschwindet“, titelte die WAZ, nachdem die Abrissarbeiten offenbar unmittelbar bevorstanden.

Sieben Wochen später sind sich Bahn und Bauunternehmer über das Prozedere noch immer nicht einig. Das Problem: Unmittelbar neben dem ehemaligen Hotel verläuft die Bahnlinie Dortmund-Hamm, die für die Dauer des Abrisses (zumindest eine Nacht lang) gesperrt werden müsste.

Von einem stabilen Schutzgerüst umgeben

„Eigentlich müsste nur kurz die Oberleitung abgeschaltet werden, dann ist die Sache erledigt“, sagt Bauunternehmer Froese. Dafür verlange die Bahn, dass das Gebäude von einem stabilen Schutzgerüst umgeben sein müsse, um sicher zu stellen, dass es zu keinen Schäden an der Oberleitung und der Fernwärmeleitung komme. „Wenn dort Steine durch die Gegend fliegen, müssen unsere Leitungen geschützt sein“, so der Bahnsprecher. „Sonst wird am Ende der ganze Betrieb gestört.“

Doch das Gebäude „einzuhausen“, wie die Bahn es sich vorstellt, damit tut sich Wolfgang Froese schwer. „Völlig überzogen“, meint er. „Und wenn beim Abriss ein Teil des Gerüstes in die Oberleitung kracht, was passiert denn dann?“, fragt er sich. Als Alternative bliebe ihm lediglich, das Gemäuer per Hand mit Presslufthämmern abzutragen: „Und das kann dauern.“

Stadtverwaltung versucht zu vermitteln

Bei der Stadtverwaltung schaut man sich das Hin und Her um den Abriss genau an und versucht zu vermitteln. „Für mich haben beide Seiten einleuchtende Argumente“, meint Ulrich Dreiskämper vom Planungsamt. Doch so langsam müssten Fortschritte erzielt werden, schließlich gibt es große Pläne mit dem Areal am Burgtor: Eine u-förmige Anlage mit zwei sechsgeschossigen Bauten nebst Parkdecks soll hier entstehen. Vorausgesetzt, das alte Hotel Bender verschwindet eines Tages...

 
 

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