Abflug von Air Berlin aus Dortmund auch wegen Flughafen-Nachteilen

Air Berlin macht den Abflug aus Dortmund und streicht bundesweit seine Flotte zusammen.  Foto: dapd
Air Berlin macht den Abflug aus Dortmund und streicht bundesweit seine Flotte zusammen. Foto: dapd
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Air Berlin stellt im Winterflugplan 2012/2013 die Verbindungen von Dortmund nach Palma de Mallorca, Nürnberg, Las Palmas und Fuerteventura ein. Damit schließt die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft ihre Station in Dortmund und setzt den eigenen angekündigten Sparkurs im gesamten Streckennetz fort.

Dortmund.. Air Berlin schließt wie berichtet ab dem Winterflugplan 2012/13 seine Station am Flughafen Dortmund. Mit der Entscheidung der Fluglinie würde der Airport in Wickede den Anschluss an das Air-Berlin-Drehkreuz Palma de Mallorca verlieren – nicht jedoch das Ziel, da drei weitere Gesellschaften (easyJet, Germanwings und Germania) die Baleareninsel im Sommer ansteuern, hieß es in einer Stellungnahme der Flughafen GmbH.

„Die Entscheidung der Airline kommt für uns nicht aus heiterem Himmel“, sagt Dortmunds Flughafen-Geschäftsführer Markus Bunk. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hatte in der jüngsten Vergangenheit aus wirtschaftlichen Gründen angekündigt, Flotte und Kapazitäten im gesamten Streckennetz deutlich zu reduzieren. Damit setze die Airline den eigenen Sparkurs fort. Neben Dortmund würden auch weitere Flughäfen von Streckenkürzungen der Airberlin betroffen sein.

Ein Grund für die Entscheidung: Die Fluglinie leide – wie die gesamte Branche - unter der Luftverkehrsabgabe, die das Fliegen massiv verteuert und wirtschaftlich schädlich sei.

Dortmunder Nachteile wegen kurzer Start- und Landebahn

Erschwerend komme hinzu, dass die Fluggesellschaft in Dortmund aufgrund der relativ kurzen Start- und Landebahn von 2.000 Metern (für Landungen nur 1.700 Meter) ihre Flugzeuge bei bestimmten Witterungsbedingungen häufig nicht vollbeladen starten und landen lassen könne. Aufgrund dessen musste allein in den vergangenen Monaten beispielsweise mehrfach das gesamte Gepäck eines Fluges am jeweiligen Startflughafen zurückgelassen werden oder die Maschine wurde zu Nachbarflughäfen umgeleitet. Die Folge: Das Gepäck müsse über andere Flughäfen und von dort per Lieferservice nach Dortmund transportiert werden. Bunk: „Das kostet die Fluggesellschaften Unsummen und erschwert den wirtschaftlichen Einsatz der Flugzeuge in Dortmund zusätzlich.“ Die derzeit hohen Kerosinkosten verschärfen diesen „Dortmunder Nachteil“ weiter.

Aktuell fliegen Maschinen von Air Berlin viermal wöchentlich von Dortmund nach Palma de Mallorca und zurück. Nürnberg wird (nur im Winter) zweimal pro Woche angeflogen. Für die beiden Ziele der kanarischen Inseln gilt dies genauso.

Von den vier großen Fluggesellschaften (Wizz Air, easyJet, Germanwings, Air Berlin) am Standort Dortmund lag Air Berlin in Bezug auf die Reisendenzahlen auf dem hinteren Platz. Rund 40 Mitarbeiter der Fluggesellschaft sind derzeit am Standort Dortmund beschäftigt. Im diesem Jahr nutzen etwa 200.000 Passagiere die Fluglinie in Dortmund.

IHK bedauert Rückzug und fordert Nachbesserungen

Die Entscheidung von Air Berlin bedauert der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund, Reinhard Schulz. Vor allem der Verlust der Anbindung an das Drehkreuz Palma sei schade. Die IHK sieht jetzt aber auch ein weiteres Signal zum Handeln.

„Die Rahmenbedingungen des Flughafens müssen verbessert werden. Insbesondere ist die Verlängerung der Betriebszeiten für die Fluggesellschaften ein entscheidender Faktor. Mit den engsten Betriebszeiten Deutschlands hat der Dortmund Airport die schlechtesten Ausgangsbedingungen", so Schulz. „Wir hoffen, dass die Entscheidung von Air Berlin durch andere Fluggesellschaften kompensiert werden kann."

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