A45 in Dortmund mindestens bis Sonntagnacht gesperrt

Die Sauerlandlinie in Dortmund bleibt vorerst gesperrt. Unter der Fahrbahn wurden Kohleflöze und Löcher entdeckt. Foto: Steffen Gerber
Die Sauerlandlinie in Dortmund bleibt vorerst gesperrt. Unter der Fahrbahn wurden Kohleflöze und Löcher entdeckt. Foto: Steffen Gerber
Die Sauerlandlinie in Dortmund bleibt noch mindestens bis Sonntagnacht gesperrt. Die Arbeiten an dem Tagesbruch nehmen inzwischen fast die gesamte Fahrbahnbreite in Anspruch. Auch zum Heimspiel des BVB am kommenden Samstag wird die Straße nicht frei sein.

Dortmund.. Autofahrer in und um Dortmund werden weiter auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Die Arbeiten zur Behebung alter Bergbauschäden werden Voraussichtlich bis Sonntagnacht dauern, so eine Schätzung von Straßen NRW am Montagmorgen.

„Gut sieht’s aus“, antwortet Frank Brüngel-Steffens von Straßen NRW auf die Frage, was die Arbeiten auf der A 45 machen. Achtung, feine Ironie. „Leider haben wir noch einige Hohlräume gefunden, die erst noch verfüllt werden müssen“, dämpft der Mitarbeiter vor Ort die Erwartungen, die Autobahn könne vielleicht Dienstag oder Mittwoch wieder freigegeben werden.

Auf drei Flöze gestoßen

„Wir sind inzwischen auf drei Flöze gestoßen“, berichtet Brüngel-Steffens. Ein Schaden, der beängstigende Dimensionen annimmt. Das Loch, das auf der Mittellinie der A 45 zwischen Kreuz Dortmund Süd und dem Kreuz Witten entdeckt wurde, hat zu einem verzweigten Stollensystem geführt.

„Wir sind mittlerweile auf allen fünf Fahrstreifen zugange“, informiert Straßen NRW den geneigten Autofahrer, der sich an diesem Montag so schwer wie an keinem anderen Tag seit der Sperrung am Dienstag letzter Woche tut. Kilometer lange Staus aus Richtung Süden. Nur quälend langsam geht es auf die B 54. Dort stockt der Verkehr aber auch auf der gesamten Länge, weil die ausgewiesene Umfahrung völlig überlastet ist. Nur mühsam fädelt der Verkehr - darunter viel überörtlicher Schwerlastverkehr - an der Stadtkrone auf die B 1.

So soll es also die ganze Woche bleiben. Schlimmer noch: „Auch bis zum Heimspiel des BVB am Samstagnachmittag werden die Arbeiten auf der A 45 nicht beendet sein. „Wir haben bis jetzt 300 Tonnen Flüssigbeton in die Tagesbrüche gepumpt“, erklärt Brüngel-Steffens. Es gebe vor Ort mehrere große Hohlräume, in denen locker ein Bully verschwinden würde.

Ein Fass ohne Boden für die Arbeiter

Das Hauptaugenmerk konzentriert sich auf den Hauptflöz. Der ist wohl in der Vergangenheit mal mit einem sandigen Material aufgefüllt worden. Nur dieses Material trägt natürlich nicht. Während einige Hohlräume in nur drei Meter gefunden wurden, reichen einige Schächte, die jetzt verfüllt werden müssen, bis in 20 Meter tiefe. Fast ein Fass ohne Boden.

„Natürlich sind die Karten des Landesoberbergamtes von großem Nutzen für uns“, berichtet der Straßen NRW-Mitarbeiter. „Wir stehen in ständigem Kontakt mit der Behörde. „Die „preußische Gründlichkeit“ zahle sich jetzt aus. Dennoch könnten die Arbeiter nicht hexen.

Arbeiten rund um die Uhr

„Es wird rund um die Uhr in drei Schichten gearbeitet“, beschreibt Brüngel-Steffens die Anstrengungen, so schnell wie möglich mit den Arbeiten fertig zu werden. Natürlich ruhten die Arbeiten auch nicht am Samstag und Sonntag. „Welchen Tag haben wir heute“, fragt Brüngel-Steffens, der selbst auch das Wochenende auf der Sauerlandlinie verbracht hat. So wie ständig 15 Arbeiter auch.

Schlechtes Wetter? Das sieht der Profi anders: „Wir sind froh, dass es nicht friert.“ Also, noch eine Woche lang sollten Autofahrer einen großen Bogen um Dortmund machen.

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