400 Fahrgäste aus ICE bei Dortmund evakuiert

Oliver Volmerich
Wegen Problemen an den Bremsen konnte der ICE nicht weiterfahren. Die Fahrgäste mussten evakuiert werden.
Wegen Problemen an den Bremsen konnte der ICE nicht weiterfahren. Die Fahrgäste mussten evakuiert werden.
Foto: Ingo Otto
400 Bahn-Passagiere sind am Sonntagabend an der Stadtgrenze zwischen Bochum und Dortmund hängengeblieben. Ihr Zug musste evakuiert werden.

Dortmund. Erneute Panne bei der Bahn: Ein ICE mit 400 Fahrgästen ist am Sonntagabend an der Stadtgrenze zwischen Bochum und Dortmund hängengeblieben. Es dauerte mehr als zwei Stunden, bis die Betroffenen ihre Fahrt mit einem Ersatzzug fortsetzen konnten, nachdem sie auf offene Strecke umgestiegen waren.

Um 17.22 Uhr sollte der ICE 1026 auf der Fahrt von Frankfurt am Main nach Hamburg-Altona am Sonntag im Dortmunder Hauptbahnhof Halt machen. Doch auf der Strecke zwischen Hagen und Dortmund war im Bereich Lütgendortmund plötzlich Schluss.

Die Bremsen machten Probleme

Wegen einer Bremsstörung, so die Auskunft der Bahn, blieb der ICE mit 400 Fahrgästen auf offener Strecke liegen. Der Vorfall soll sich gegen 18.05 Uhr ereignet haben - was bedeutet, dass der Zug schon mit gehöriger Verspätung unterwegs war. Um 18.35 Uhr wurde die Bundespolizei alarmiert, weil klar war, dass der ICE seine Fahrt nicht mehr fortsetzen konnte.

Es dauerte allerdings noch knapp eineinhalb Stunden, bis der Ersatzzug herangeschafft war. Über eine provisorische Brücke konnten die Fahrgästen dann in den anderen Zug umsteigen. Der fuhr dann mit einer großen Schleife über Bochum, Herne und Mengede bis zum Dortmunder Hauptbahnhof, um von dort die Fahrt regulär bis Hamburg fortzusetzen.

Verwirrende Durchsagen nervte Passagiere

Gegen 21.05 Uhr habe der Zug den Dortmunder Hauptbahnhof erreicht, berichtet Karl-Heinz Schäfer als einer der betroffenen Fahrgäste. Er zeigt zwar Verständnis für die technische Panne an dem ICE, übt aber scharfe Kritik am Umgang der Bahn. Die Durchsagen seien verwirrend und dilettantisch gewesen, kritisiert er. So habe es entgegen den Durchsagen keine Halt am Bochumer Hauptbahnhof gegeben.

Auch die angekündigte kostenlose Ausgabe von Getränken sei chaotisch verlaufen, berichtet Schäfer. Anstatt die Plastikflaschen mit Mineralwasser im Zug zu verteilen, hätten sich alle Fahrgäste im engen Bordbistro in einer langen Warteschlange aufstellen müssen. Und weil die Klimaanlage in dem ICE an dem warmen Sommerabend nicht mehr lief, wurden die Zugtüren auf freier Strecke geöffnet.

Bereits Anfang August hatten Zug-Fahrgäste mehrere Stunden in einer Eurobahn festgesessen, weil der DB-Fahrdienstleiter sie versehentlich auf ein stromloses Gleis geleitet hatte.. In der vergangenen Woche blieb ein ICE auf dem Weg von Hagen nach Hamm in Dortmund-Lichtendorf in einem Tunnel stecken.