2012 wieder mehr Einbrüche in Dortmund

Zur dunklen Jahreszeit sind Einbrecher wieder verstärkt unterwegs.
Zur dunklen Jahreszeit sind Einbrecher wieder verstärkt unterwegs.
Foto: dapd
Noch gibt es keine konkreten Zahlen, trotzdem kann die Polizei jetzt schon ein erstes Fazit ziehen: In Dortmund hat es 2012 mehr Einbrüche als im Vorjahr gegeben. Zudem geben die Beamten Tipps, wie man sich verhalten sollte, wenn man einen Einbrecher auf frischer Tat ertappt.

Dortmund.. Auch im abgelaufenen Jahr 2012 sind die Zahlen bei Einbruchsdelikten wieder gestiegen. Diesen Trend teilte die Dortmunder Polizei gestern auf Anfrage der WR mit. Die konkreten Zahlen liegen aber erst im März vor.

Spitzenwerte wie in den letzten Jahren, so Polizeisprecher Manfred Radecke, sind auch 2012 in den dunklen Monaten zu verzeichnen. Wie einer der Fälle am letzten Donnerstagabend im neuen Jahr. Da erwischten Hausbewohnern einen Wiederholungstäter gegen 17.30 Uhr in einem Mehrfamilienhaus an der Steigerstraße. Sie konnten den 30-jährigen Mann nach einem Kellereinbruch festhalten, bis die alarmierte Polizei eintraf.

Polizei warnt vor zu viel Eigeninitiative

Und es war ein Glücksgriff: Mit dem 30-Jährigen hatten die Hausbewohner einen Straftäter festgesetzt, der in der Vergangenheit bereits mehrfach Haftstrafen wegen Eigentums- und Gewaltdelikten verbüßt hatte.

Die Polizei warnt allerdings vor zu viel Eigeninitiative. „Man muss nicht den Helden spielen“, so Manfred Radecke. Ein Risiko sei ja immer vorhanden. Letztlich komme es aber auf die individuelle Situation an.

An der Steigerstraße hatte es begonnen mit einem Hausbewohner, der in seiner Erdgeschosswohnung verdächtige Geräusche aus dem Kellerbereich hörte. Als der 38-Jährige daraufhin in den Keller ging und ein paar Stufen tiefer nachschaute, entdeckte er zunächst die beschädigte Kellerabgangstür.

Als zweites bemerkte der Mann, dass im Kellergeschoss die Beleuchtung eingeschaltet war. Er entdeckte einen Fremden, der versucht hatte, sich in einem kleinen Nebenraum vor der Entdeckung zu verstecken. Der 38-Jährige sprach daraufhin den Fremden an und forderte ihn auf, nach oben zu gehen.

"Nicht unbedingt den Helden spielen"

Doch der Tatverdächtige weigerte sich, woraufhin ihn der resolute Hausbewohner packte und ihn gewaltsam nach oben die Stufen hinaufzog. Dort klopfte er an die Tür eines Nachbarn (67 Jahre), der nun ebenfalls tatkräftig zupackte und den Einbrecher so an einer möglichen Flucht hinderte. Derzeit befindet sich der Festgenommene im Polizeigewahrsam. Es wird geprüft, ob er von dort aus direkt in die Untersuchungshaft gehen wird.

Einer von vielen Fällen in dieser Jahreszeit. Auch wenn die Polizei die genauer Zahlen noch nicht vorliegen hat, ist der Trend deutlich. Die negative Entwicklung hat sich fortgesetzt, weiß Manfred Radecke. Die Zahlen der Einbruchsdelikte sind weiter gestiegen. Radecke: „Dortmund liegt damit im landes- und bundesweiten Trend.“

Im Jahr 2011 lag die Zahl der Wohnungseinbrüche bei 2571. Einer Steigerung von 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine ähnliche Quote ist wohl jetzt auch zu erwarten.

 
 

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