20 neue Hinweise nach "XY"-Bericht zu Vergewaltigung

Der Zeugen-Aufruf bei "Aktenzeichen XY" brachte neue Hinweise zum Vergewaltigungsfall in Dortmund. Eine Spur zum mutmaßlichen Täter - zu sehen auf dem Fahndungsfoto der Polizei - führt nach Frankreich.
Der Zeugen-Aufruf bei "Aktenzeichen XY" brachte neue Hinweise zum Vergewaltigungsfall in Dortmund. Eine Spur zum mutmaßlichen Täter - zu sehen auf dem Fahndungsfoto der Polizei - führt nach Frankreich.
Foto: ZDF/Polizei Dortmund
Die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" hat der Dortmunder Polizei Hinweise auf einen mutmaßlichen Vergewaltiger beschert. Eine Spur führt nach Frankreich.

Dortmund. Die Kriminalpolizei ist zuversichtlich, den mutmaßlichen Vergewaltiger einer Studentin aus Dortmund bald festnehmen zu können. Das bekräftigte Kriminaloberkommissarin Ulrike Hillebrand am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“. "Gut 20 neue Hinweise zum Tatgeschehen bzw. zum Täter" seien seit der Ausstrahlung eingegangen, teilte die Dortmunder Polizei am Donnerstagmorgen mit.

Darunter: eine "vielversprechende Spur nach Frankreich". Außerdem habe sich eine Zeugin gemeldet, die angibt, einen Tag vor der Tat nachts in der Dortmunder Innenstadt von dem gesuchten Mann angesprochen worden zu sein. "Auf die Frage, wo sie denn hinwolle, habe sie nicht reagiert und sei einfach weitergegangen", berichtet die Polizei. Die Zeugin solle "zeitnah" näher befragt werden.

„Wir haben ein paar sehr gute Ansätze“, hatte Hillebrand in der Sendung gesagt. Zum Beispiel Hinweise in die Dortmunder Nordstadt und die dortige Rotlicht- und Drogenszene, wo der Mann wohl öfter verkehrt habe. Allein: Es fehlte bislang der entscheidende Hinweis auf Identität und Aufenthaltsort des Verdächtigen.

Detaillierte Angaben zur Person

Den hatte auch die Aufregung um die Ankündigung der Produktionsfirma, den Beitrag aufgrund der dunklen Hautfarbe des mutmaßlichen Täters nicht zeigen zu wollen – die Flüchtlingsdebatte solle nicht weiter angeheizt werden – nicht geliefert. Das ZDF revidierte zwar umgehend, das Thema kochte nochmals hoch, es kamen Hinweise. Aber eben nichts Handfestes.

Vielleicht ändert das der Bericht des ZDF-Quotengaranten. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Fernsehsendung mit Moderator Rudi Cerne zu wichtigen Fahndungshinweisen geführt hätte: Beim Sender verweist man auf die Erfolgsquote von 42 Prozent aufgeklärter Fälle. Mehrere Anrufer bei der zuständigen Dortmunder Dienststelle und im Studio jedenfalls konnten wohl detaillierte Angaben zur Person des Tatverdächtigen machen.

Zweifelsfrei auf Überwachungsvideo identifiziert

Jetzt führt eine Spur also nach Frankreich. Das wird nun geprüft, vielleicht ist diesmal mehr dran. Kommissarin Hillebrand wünscht es Opfer und Familie: „Ihr Sicherheitsgefühl hat sehr gelitten – auch weil der Täter noch nicht dingfest gemacht wurde.“

Besondere Hoffnung der Polizei liegt auf weiteren Zeugen, die den mutmaßlichen Täter wiedererkennen können. Denn identifiziert hatten ihn Opfer und eine Zeugin auf den Überwachungsvideos der Bahn zweifelsfrei – die Ermittler wissen, wie der Verdächtige aussieht. Seit der Öffentlichkeitsfahndung weiß das auch die breite Masse. Nur wie er heißt und wo er ist, dazu kann die Kripo trotz intensiver Fahndung seit rund eineinhalb Jahren nur mit den Schultern zucken.

Bereits beim Einsteigen hat er die Tat geplant

Personenbeschreibung: 30- bis 40-jähriger Mann mit dunkler Haut, heller Stoffjacke und auffälliger, dunkler Umhängetasche, der gepflegt wirkte und akzentfrei Deutsch sprach.

Ebenfalls auffällig: Das Verhalten des Mannes in der S-Bahn. Wie die Geschädigte stieg er am Hauptbahnhof ein – und hatte die Tat wohl bereits geplant. Davon geht jedenfalls die Polizei aus: „Er ist nervös, spielt mit seinen Fingern, fährt sich durchs Haar“, so Kommissarin Hillebrand. „Er starrt jungen Frauen hinterher, lehnt sich dafür weit aus seinem Sitz hinaus. Beim Aussteigen fixiert er sein späteres Opfer.“

Fährtenhunde verlieren den Mann in der Nordstadt

[kein Linktext vorhanden] Das Interesse der Ermittler gilt daher nach wie vor allen weiteren Fahrgästen, zum Beispiel einer Anzahl junger Leute mit kleinem schwarzen Hund. Das Opfer beschrieb die Gruppe als Punks. Oder der jungen Frau mit dickem gelben Schal, großen Kopfhörern und pinkfarbenem Handy, die dem mutmaßlichen Vergewaltiger direkt gegenüber saß.

Ein Pärchen, das dem Gesuchten in der S-Bahn einige Minuten lang gegenüber saß, habe sich inzwischen ebenfalls bei der Polizei gemeldet, teilte diese am Donnerstag mit. "Auch hier folgt zeitnah eine Anhörung."

Fährtenhunde der Polizei verfolgten die Spur des Verdächtigen vom Huckarder Bahnhof zum Tatort und entlang der Bahnlinie bis in die Nordstadt – wo sie sich verliert. Vielleicht kann sie wieder aufgenommen werden.

 
 

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